Bei einer Rettungsaktion in Leoben entdeckte der steirische Schlangenexperte Werner Stangl mit Polizisten eine kleine Äskulapnatter, die sich in einer Tasche voller Cannabis verschanzt hatte. Sowohl Reptil als auch Drogendealer waren über die Rettungsaktion empört ...
In einigen Jahren wird das Murkraftwerk Leoben-Ost entstehen und künftig 37 Gigawattstunden Energie liefern. Dem Bau fällt wichtiger Lebensraum für Tiere zum Opfer, auch die zum Teil bedrohten heimischen Schlangenarten sind betroffen. Um möglichst viele von ihnen zu retten und in sicheren Gebieten wieder auszusetzen, werden so viele wie möglich von Tierschützern wie Werner Stangl, Molekularbiologin Eva Bernhart und dem Zoologen Werner Kammel eingefangen. Das geschieht, indem im betroffenen Gebiet Planen ausgelegt werden. Unter den Planen herrscht für die Tiere angenehme Wärme, weshalb sie sich dort sammeln und leicht gefunden werden können.
Äskulapnatter ringelte sich unter Cannabiskugel
Kürzlich war Stangl unterwegs, um die Tiere einzufangen. Er staunte allerdings nicht schlecht, als er eine Plane hochhob und darunter eine schwarze Tasche entdeckte. Als er sie öffnete, lugte eine in Plastik eingewickelte weiße Kugel hervor, süßlicher Duft stieg ihm in die Nase. Gleich war klar: „Da hat wohl ein Cannabis-Dealer unsere Fallen als passendes Versteck angesehen“, erzählt Stangl, der sogleich die Polizei alarmierte.
Wenig später waren drei Beamte vor Ort – zwei Männer und eine Frau. Die Männer begleiteten Stangl zu den Planen, die Beamtin verzichtete, da sie panische Angst vor Schlangen habe. Der Experte führte die Polizisten zum Fundort, wo die Bediensteten das „Gift“ als solches bestätigten. Sie beschlossen, die Tasche samt Ware auf die Dienststelle zu bringen.
Um die Dame zu beruhigen, habe ich aber reingeschaut – und tatsächlich ringelte sich eine junge Äskulapnatter unterhalb der Cannabiskugel.
Schlangenexperte Werner Stangl
Zuvor bekundete die besorgte Kollegin allerdings Einwände: Könnte sich vielleicht in der Tasche nicht auch eine Schlange befinden? Nicht, dass sich diese plötzlich auf der Dienststelle ins Freie winden würde! Selbst der erfahrene Experte Stangl tat dies als kaum vorstellbar ab. „Um die Dame zu beruhigen, habe ich aber reingeschaut – und tatsächlich ringelte sich eine junge Äskulapnatter unter der Cannabiskugel“, schmunzelt er.
Empörter Biss, auch Dealer rächte sich
Tiefenentspannt war das Tier allerdings nicht. Zum Dank, dass sein Drogen-Versteck entlarvt wurde, gab‘s für den Tierschützer einen empörten Biss in die Hand. Passiert ist natürlich nichts, die Äskulapnatter ist völlig harmlos.
Der „echte“ Dealer fand es offenbar auch nicht so lustig, dass sein wertvolles Gift-Packerl nicht mehr an Ort und Stelle war: „Er hat sämtliche Planen in die Mur geworfen. Vermutlich hat er danach gesucht und war zornig“, mutmaßt Stangl. Die Planen fischte er aus dem Wasser, sie dienen wieder dem eigentlichen Zwecke: wehrlose Tiere vor dem sicheren Tod zu bewahren.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.