Die EU-Kommission hat im Kampf gegen Cyberangriffe einen verschärften Kurs gegen Technologie-Lieferanten aus China angekündigt. Im Visier sind große Anbieter wie Huawei und ZTE, deren Netztechnik auch im heimischen Mobilfunk eingesetzt wird. Die Netzbetreiber hierzulande verweisen auf die Einhaltung der rechtlichen Vorschriften und deren Überprüfung, geben sich sonst aber eher zurückhaltend.
Vom teilstaatlichen Marktführer A1, der sich im Mehrheitsbesitz der mexikanischen America Movil befindet, hieß es: „Der strategische Partner beim 5G-Ausbau von A1 ist mit Nokia ein europäisches Unternehmen. Nichtsdestotrotz befürworten wir den Ausschluss von Vendoren nicht, da wir der Ansicht sind, dass ein gesunder Wettbewerb unter Lieferanten zu begrüßen ist.“ Dem Vernehmen nach sollen sich im A1-Netz auch Komponenten von Huawei und ZTE befinden.
Magenta: Kernnetz nicht chinesisch
Mitbewerber Magenta, ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom, verwies auf regelmäßige Überprüfungen durch die Regulierungsbehörde RTR. Das Kernnetz sei jedenfalls frei von chinesischen Herstellern. Details nannte auch Magenta keine. Man prüfe nun die weitere Vorgehensweise der EU.
Bei der 5G-Vorgängertechnologie 4G (LTE) hat Huawei das Netz für Magenta (damals T-Mobile Austria) gebaut. Bei 5G setzt der Provider auf mehrere Lieferanten, unter anderem auf Nokia, Ericsson, Cisco, aber weiterhin auch auf Huawei, hieß es in der Vergangenheit.
Drei: Huawei und ZTE branchenüblich
Der dritte Netzbetreiber Drei, der zum Hongkonger Mischkonzern Hutchison gehört, meinte: „Wie in der Branche üblich, kommen auch Komponenten von ZTE und Huawei zum Einsatz.“ Drei betonte, dass Österreich mit der Netzsicherheitsverordnung über sehr exakte und strenge gesetzliche Bestimmungen zur Sicherheit und Wahl der Ausrüster verfüge.
Verbot von Risikoanbietern
Die EU-Kommission hatte am Dienstag in Straßburg ein umfassendes Gesetzespaket zur Überarbeitung des „Cybersecurity Act“ präsentiert. Ziel ist es, vor allem Telekommunikations-Komponenten von Risikoanbietern schrittweise aus kritischen Sektoren zu verbannen und Spionage oder gar Sabotage zu verhindern.
Zwar werden in dem Entwurf weder Länder noch Firmen explizit genannt. Der Vorstoß gilt aber vor allem chinesischen Ausrüstern wie Huawei oder ZTE, deren Einfluss zurückgedrängt werden soll. China hat darauf verärgert reagiert.
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