Eishockey-A-WM

Österreich fängt sich 2:6-Watschn gegen Deutsche

Eishockey
23.05.2026 22:41

Der Traum vom Sieg über Deutschland – er hat vor 9685 Fans in der Swiss Life Arena nur 66 Sekunden lang gelebt! Doch auf das 1:0 von Wallner antwortete das DEB-Team rasch mit dem 1:1, riss in der Folge das Spiel an sich, siegte am Ende mit 6:2. Ungeachtet dessen bleibt Österreich im Rennen um ein Viertelfinal-Ticket.

Österreich ging mit Atte Tolvanen im Tor und einer Menge Elan – gepaart mit hartem, aber fairem Forecheck – in die Partie: Rebernig fand die erste Chance im Spiel vor, tankte sich sehenswert über links durch: Bei Goalie Grubauer war dann Endstation (2.). Auch bei Bibers Versuch von der blauen Line war Deutschlands NHL-Schlussmann zur Stelle (3.), auf der Gegenseite stellte Wagners Versuch Tolvanen vor keine Probleme, der Austro-Finne war auch beim Reichel-Abschluss aufmerksam (7.).

(Bild: GEPA)

Offener Schlagabtausch
Der Deutsche Kastner fasste wegen Beinstellens gegen Schneider die erste Strafe der Partie – zugleich die einzige im ersten Drittel – aus (8.). Das Powerplay brachte für das ÖEHV-Team aber nur wenig ein. In einem offenen Schlagabtausch ging es Hin und Her, mit gelegentlichen Torchancen: Mik fand beim Schuss von der blauen Linie in Tolvanen seinen Meister (13.), der Querpass von Samanski fand zum Glück keinen Abnehmer im Zentrum (14.).

Tolvanen zweimal zur Stelle
Ehe Österreich nach Vorlage von Schneider eine Top-Chance vorfand, Grubauer den Schuss von Nissner mit der Stockhand entschärfte (16.). Dann „vergaß“ Österreichs Defensive auf den auf der blauen Linie lauernden Tuomie, der aber den Puck nach einem scharfen Zuspiel nicht unter Kontrolle brachte. Dann war Tolvanen zweimal zur Stelle, parierte nach dem kurz abgewehrten Seider-Schuss auch den Abpraller von Ehl (18.). In der Schlussphase des ersten Drittels bediente Zwerger mit einem herrlichen Pass den vor dem Tor lauernden Schneider, der ebenso scheiterte wie wenige Augenblicke später Biber nach Zuspiel von Schneider (19.).

Österreich brach den Bann
Im Mittelabschnitt gab es zunächst Ansätze von Chancen für Dove-McFalls bzw. Rohrer, ehe Österreich den Bann brach: Harnisch nahm im eigenen Drittel über rechts Fahrt auf, düpierte einen Deutschen, passte nach innen, wo Wallner den Puck unmittelbar vor Grubauer im Tor unterbrachte. Doch die Freude währte nur 66 Sekunden: Als Österreich im Kollektiv zu weit aufgerückt war, passte Samanski von hinter dem Tor auf Lukas Reichel, der scharf und unhaltbar zum 1:1 abschloss – das ÖEHV-Team war in dieser Aktion stets einen Schritt zu spät.

Erneute Führung lag in der Luft
Nissner bot sich die Chance aufs 2:1, sein Schuss fiel aber zu zentral aus (26.). Dann scheiterte Rebernig alleine vor Grubauer, lag die erneute Führung für das Team von Roger Bader in der Luft. Deutsche Abschlüsse wie jener von Reichel (29.) stellten Tolvanen vor keine Probleme. Mehr gefordert war er beim Versuch von Gawanke, er meisterte aber auch diese Aufgabe souverän (31.).

(Bild: GEPA)

Österreich verlor defensiv die Ordnung
Gekonnt spielte Deutschland dann seinerseits die Führung heraus, auch weil Österreich defensiv die Ordnung verloren hatte, zu puckorientiert agierte. Und dadurch auf Samanski vergaß, der nach Vorarbeit von Tiffels und Reichel völlig ungehindert zum Abschluss kam, die Scheibe hoch und unhaltbar für Tolvanen im Kasten versenkte (34.).

Österreich mit dem 1:2 gut bedient
All das in einer Phase, als das ÖEHV-Team offensiv wenig Zugriff hatte, zu keinen Abschlüssen kam. Zum Überdruss fasste man auch noch die erste Strafe im Spiel aus, musste Wolf wegen Spielverzögerung für zwei Minuten auf die Bank. Die Unterzahl überstand Österreich auch mit Glück ohne Gegentor, war angesichts von 5:15-Torschüssen mit dem 1:2 gut bedient. Tolvanen erwies sich auch in dieser Phase als starker Rückhalt.

Im Schlussdrittel fand Rot-Weiß-Rot zunächst wieder zu seiner offensiven Stärke, schoss Rebernig knapp daneben (42.). Dann musste Rohrer wegen Haltens für zwei Minuten auf die Strafbank, drückte das DEB-Team auf das 3:1: Sieben Sekunden vor Ablauf der Strafe fiel es, versenkte Reichel den Puck mit einem satten Schuss im Eck (46.).

(Bild: EPA/CLAUDIO THOMA)

Schlussdrittel zum Vergessen
Das Bader-Team steckte auch nach dem 1:4 – Maier hatte einen Wiederer-Schuss ins eigene Tor abgelenkt – nicht auf (49.). Prompt verkürzte Rohrer nur 34 Sekunden später auf 2:4, indem er den Puck von halbrechts im kurzen Kreuzeck versenkte (49.). Doch Strafen gegen Schneider (zwei plus zwei Minuten!) und Nickl ließen die letzte Hoffnung platzen. Reichel fixierte im 5-3-Powerplay mit seinem dritten Treffer das 5:2. Bader nahm dann vorzeitig Tolvanen vom Eis, Ehl traf zum 6:2 ins leere Tor.

Trotz des 2:6 ist die Chance auf das Viertelfinale weiter intakt: Österreich benötigt aus den verbleibenden Matches gegen Finnland (Sonntag) und die USA (Dienstag) voraussichtlich drei Punkte. Ein sehr schwieriges Unterfangen – doch die Hoffnung stirbt zuletzt!

Das Ergebnis:
Österreich – Deutschland 2:6 (0:0, 1:2, 1:4)

Tore: 1:0 (23.) Wallner, 1:1 (24.) Reichel, 2:1 (34.) Samanski, 1:3 (46.) Reichel, 1:4 (49.) Wiederer, 2:4 (49.) Rohrer, 2:5 (52./PP2) Reichel, 2:6 (55./EN) Ehl

Österreich spielte mit: Tolvanen; Wolf, Unterweger; Nickl, Biber; Hackl, Maier; Stapelfeldt, Schnetzer; Schneider, Nissner, Zwerger; Thaler, Rohrer, P. Huber; Schwinger, M. Huber, Rebernig; Harnisch, Wallner, Kolarik.

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