Polizei im Gericht

Kinder-Raubbande verfolgte Opfer ins Lehrerzimmer

Gericht
23.05.2026 06:55

Zusammen mit Unmündigen verübten amtsbekannte 14- und 15-Jährige brutale Raubüberfälle in Wien-Döbling. Die Familien der Hauptbeschuldigten suchten 2015 Schutz in Österreich. Damals waren die Buben Kleinkinder, jetzt sind sie laut Staatsanwalt „Intensivtäter“.

„Die Bande treibt sich ständig im 19. Bezirk herum. Viele Kinder haben Angst und melden Vorfälle erst gar nicht, obwohl täglich etwas passiert“, sagt ein Opfer bei der Polizei. „Es ist unter Schülern bekannt, dass die Gruppe mit Messern und Schlagringen bewaffnet ist“, ein anderes. „Die sind jeden Tag vor der Schule“, meint ein Drittes. „Wenn ein gesuchtes Opfer entdeckt wird, rufen sie sich zusammen“.

Erst 15 und schon drei Vorstrafen
Szenen aus Wien-Döbling, die am Freitag in einem Prozess mündeten. Vor dem Richter sitzen acht Jugendliche, die wie Kinder wirken – sieben Buben und ein Mädchen. 14 bis 15 Jahre jung und im Durchschnitt 150 cm groß. Der Großteil hat afghanische Staatsbürgerschaft, die Haupttäter sind seit 2015 in Österreich. Damals waren die Burschen Kleinkinder – jetzt sind sie „Intensivtäter“.

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Wir haben es in diesem Fall mit ungewöhnlich jungen Tätern zu tun.

Anwalt Wolfgang Haas

Der Erstangeklagte wird von Wolfgang Haas verteidigt, der Zweitangeklagte, Jahrgang 2011, hat in nur einem Jahr drei Vorstrafen kassiert. „Unter anderem wegen Vergewaltigung“, sagt Richter Georg Allmayer im Landl. „Wallah!“, ruft der 15-Jährige wütend und sagt: „Okay, warum müssen Sie das jetzt extra so laut sagen?“

„Hier sind zwei Patienten“
Angeklagt sind diesmal gleich mehrere Raube, auch einer in der Schule. Wo die Burschen ihr Opfer bis zum Lehrerzimmer verfolgten. Pädagogen versperrten die Tür, doch die Jugendlichen traten mit den Worten „der Hu....... soll rauskommen“ dagegen.

In einem anderen Raubüberfall trommelt ein Angeklagter bei der U-Bahn-Station Heiligenstadt die Mittäter mit den Worten „Hier sind zwei Patienten“ zusammen. „Was meinen Sie mit Patienten?“, fragt Herr Rat. – „Zwei Leute, die man abziehen kann“ – „Und was bedeutet abziehen?“ – „Na, ausrauben“.

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Es war die Masche, dass bei den Taten immer Unmündige unter 14 dabei waren, denen die Älteren die Schuld zugeschoben haben.

Der Staatsanwalt im Wiener Landl

Polizisten müssen Gerichtssaal sichern
Ihren Prozess finden die Burschen witzig, sie grinsen sich an. Ständig gehen Kinder, die eigentlich in der Schule sein sollten, im Verhandlungssaal ein und aus. Auch sie haben ihren Spaß.

„Es war die Masche, dass bei den Taten immer Unmündige unter 14 dabei waren, denen die Älteren die Schuld zugeschoben haben“, lässt der Staatsanwalt erahnen, wer die Zuschauer sind – die blutjung, aber offenbar nicht harmlos sind.

Zwei Polizisten sind vor dem Saal abgestellt, zwei darin, dazu mehrere Justizwachebeamte. Am Freitagabend fielen die milden Urteile: ein Jahr teilbedingt für den Erstangeklagten, 15 Monate unbedingt für den 15-Jährigen, bei dem auch 8 bedingt nachgesehene Monate aus einer früheren Strafe widerrufen wurden.

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