Warnzeichen beachten

Männer kümmern sich zu selten um ihre Gesundheit

Männer sorgen seltener vor und zahlen dafür einen hohen Preis. Viele Beschwerden bleiben lange unerkannt, weil Arztbesuche hinausgeschoben oder als „nicht nötig“ abgetan werden. Dabei ließen sich zahlreiche Erkrankungen frühzeitig behandeln, würden Warnsignale ernst genommen.

Männer leben in Österreich im Schnitt fünf Jahre kürzer als Frauen. Sie erkranken häufiger an Herz-Kreislauf-Leiden, Krebs oder psychischen Erkrankungen, suchen aber seltener ärztliche Hilfe. „Viele sprechen ungern über Beschwerden, Vorsorge gilt oft als ‚unnötig‘ oder ,unmännlich‘. Das führt dazu, dass Krankheiten häufig erst spät erkannt werden“, erklären Dr. Julia Weiss und Univ.-Prof. DDr. Shahrokh F. Shariat im Fachmagazin „Ärzte Krone“.

Rollenbilder spielen eine große Rolle
Während Frauen etablierte Screening-Programme nutzen können, fehlen vergleichbare Angebote für „ihn“ weitgehend. Besonders zeigt sich das beim Prostatakrebs, der häufigsten Tumorerkrankung des Mannes. Fachleute fordern deshalb passende Vorsorgeprogramme, die sich am individuellen Risiko orientieren.

Denn je früher ein Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Behandlungschancen und desto geringer die Belastung für Betroffene und Angehörige. Auch „er“ kann an HPV (humanen Papillomaviren) erkranken. Die HPV-Impfung schützt nicht nur vor Gebärmutterhalskrebs, sondern auch vor Tumoren im Genital- und Rachenbereich, die bei Männern zunehmen. Obwohl die Impfung in Österreich bis zum 21. Geburtstag kostenlos ist, sind die Impfquoten bei Buben deutlich niedriger als bei Mädchen.

Das zeigt, wie sehr Prävention beim „starken Geschlecht“ oft zu spät beginnt. Hinzu kommen Themen wie sinkende Spermienqualität, Testosteronmangel oder psychische Belastungen. Viele sprechen kaum darüber, obwohl diese Faktoren ihre Lebensqualität stark beeinflussen.

Früh erkannt, gut behandelbar
Stress, Übergewicht, Bewegungsmangel oder Rauchen verschärfen viele dieser Probleme zusätzlich. Sie wären gut behandelbar, würden sie früh erkannt. Was es jetzt braucht, ist ein neues Verständnis von Männergesundheit: mehr Aufklärung, niedrigschwellige Vorsorgeangebote und eine nationale Strategie, die Prävention, Früherkennung und Impfberatung besser verzahnt. Auf sich zu schauen sollte nicht als Schwäche gelten, sondern als Stärke. 

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