Obwohl sie eine der häufigsten chronischen Erkrankungen ist, wird Hypertonie oft spät erkannt – und auch als „stiller Killer“ bezeichnet. Um das zu verhindern, ist es wichtig, regelmäßig seinen Blutdruck zu bestimmen, denn ohne solide Info unterschätzen viele ihre Werte! Wie kürzlich bei einer „Pop-up-Aktion“ zum Selbermessen.
Eine „Pop-up-Aktion“ eines großen Technologiekonzerns auf der Wiener Mariahilferstraße brachte zutage, dass ein großer Teil der Bevölkerung weder den eigenen Blutdruck kennt noch diesen regelmäßig kontrolliert. Die Kombination aus Schätzung und anschließender Messung zeigte, dass die eigene Vermutung häufig von den tatsächlichen Werten abwich. Etliche Menschen unterschätzten ihre Werte!
Herz-Kreislauf-Erkrankungen drohen
Dabei ist unbehandelter Bluthochdruck ein zentraler Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und Nierenschäden. Rund jeder vierte Mensch in Österreich ist von Bluthochdruck betroffen, allerdings weiß nur die Hälfte davon. Die Aktion konnte dies zeigen und machte klar: Nur wenige Menschen setzen sich mit ihrem Blutdruck auseinander.
Warum ist Hypertonie so schwer zu erkennen? Die Krankheit verläuft in vielen Fällen ohne erkennbare Symptome. Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen oder Müdigkeit treten meist erst bei länger anhaltend erhöhten Werten auf. In fortgeschrittenen Stadien können auch Atemnot, Sehstörungen oder Brustschmerzen hinzukommen.
Regelmäßige Blutdruckmessungen sind entscheidend, um erhöhte Werte frühzeitig zu erkennen. Der Blutdruck besteht aus zwei Werten: dem systolischen (oberen) und dem diastolischen (unteren) Wert.
Lebensstilmaßnahmen sind nötig
Was lässt sich gegen Hypertonie unternehmen? „Ein gesunder Lebensstil trägt wesentlich dazu bei, den Blutdruck positiv zu beeinflussen und das Risiko für Folgeerkrankungen zu verringern. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, weniger Salz, der Verzicht auf Nikotin sowie ein bewusster Umgang mit Stress leisten einen wichtigen Beitrag zur Herzgesundheit. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können ärztlich verordnete Medikamente den Blutdruck zusätzlich wirksam regulieren“, betont Prim. Dr. Johann Sipötz, Kardiologe und Vorstand der 2. Medizinischen Abteilung des Hanusch-Krankenhauses der ÖGK in Wien.
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