Österreich bestand die WM-Generalprobe gegen Tunesien mit viel Kampf und Glück! Nach einer Roten Karte für Koni Laimer (37. Minute) spielte das ÖFB-Team lange in Unterzahl, Tunesien traf dreimal Aluminium und brachte Goalie Alex Schlager mehrfach in Bedrängnis. Dennoch gewann die Rangnick-Elf am Ende knapp mit 1:0. Goldtorschütze war Marcel Sabitzer in Minute 63.
Österreichs Fußball-Nationalmannschaft hat eine siegreiche WM-Generalprobe hingelegt. Die ÖFB-Auswahl feierte am Montag, drei Tage vor der Abreise in die USA, vor 35.100 Zuschauern im Wiener Happel-Stadion einen 1:0-Erfolg gegen Tunesien und hat damit alle drei Testspiele in diesem Jahr gewonnen. Goldtorschütze war Marcel Sabitzer in der 63. Minute, zu diesem Zeitpunkt agierten die Österreicher nach einer Roten Karte für Konrad Laimer (37.) bereits in Unterzahl.
Vor dem Anpfiff hatte es eine schlechte Nachricht für das ÖFB-Team gegeben: Christoph Baumgartner verspürte beim Aufwärmen einen Stich im Oberschenkelbereich, der genaue Grad der Verletzung war zunächst unklar. Für den Leipzig-Profi rückte Michael Gregoritsch in die Startformation, in der unter anderem auch Marko Arnautovic und Goalie Alexander Schlager standen.
Die Gastgeber, die im Gedenken an den verstorbenen Ex-Teamgoalie Alexander Manninger mit Trauerflor spielten, gaben in der vierten Minute den ersten Torschuss ab. Beim Versuch von Marcel Sabitzer hatte Tunesiens Goalie Abdelmouhib Chamakh aber keine Probleme.
Tunesier trafen dreimal Aluminium
Danach begannen die Österreicher in der Defensive zu wackeln und durften sich gleich drei Mal bei der Torumrahmung bedanken. Hannibal Mejbri zirkelte einen Freistoß aus spitzem Winkel an die Latte (12.), Firas Chaouat traf aus kurzer Distanz die Stange (18.) und ein 30-Meter-Freistoß von Anis Ben Slimane flog an die Latte (38.).
Die Entstehung des Freistoßes hatte für Diskussionen gesorgt. Der als Linksverteidiger aufgebotene Laimer verhinderte mit einem Handspiel eine Topchance von Chaouat und sah dafür zunächst die Gelbe Karte. Nach VAR-Intervention entschied der französische Schiedsrichter Jeremie Pignard auf Rot. Laut ÖFB-Angaben zieht Laimers Ausschluss allerdings keine Sperre bei der WM nach sich.
ÖFB-Team in Unterzahl gefährlicher
Eingewechselt wurden unter anderem Carney Chukwuemeka und Sasa Kalajdzic. Letzterer kam nach Pass von Schlager im Strafraum zum Ball, sein Schuss verfehlte das lange Eck nur knapp (48.). Die in der ersten Hälfte zumeist tiefstehenden Tunesier nahmen in Überzahl etwas mehr Risiko, wodurch sich den Hausherren mehr Räume boten – das führte dazu, dass die ÖFB-Truppe trotz numerischer Unterlegenheit deutlich mehr Gefahr ausstrahlte als vor Laimers Platzverweis.
Die Konsequenz daraus war das 1:0 durch Sabitzer. Nach Vorarbeit von Chukwuemeka und Stefan Posch versenkte der Dortmund-Profi den Ball mit einem überlegten Schuss innerhalb des Strafraums im kurzen Eck. Sabitzer erzielte im 98. Länderspiel sein 26. Tor und zog damit als Achter der ewigen ÖFB-Bestenliste mit Andreas Herzog und Matthias Sindelar gleich. Zudem war es für den Steirer der dritte Treffer im dritten ÖFB-Match in diesem Jahr.
Drei Minuten später hatten auch die Österreicher Aluminium-Pech. Chamakh wehrte einen Abschluss von Marco Friedl aus kurzer Distanz an die Stange, der Abstauber-Versuch von Posch ging an die Latte. Danach zogen sich die Österreicher zurück und ließen keine nennenswerte Ausgleichschance der Tunesier mehr zu. Sabitzer ließ in der 92. Minute noch die Gelegenheit auf das 2:0 aus, als er den Ball in Bedrängnis nicht an Chamakh vorbeibrachte.

Nun zwei freie Tage für ÖFB-Kicker
Alaba und Co. haben nun zwei Tage frei, ehe sie am Donnerstag von Wien nach Los Angeles fliegen und von dort ins Teamquartier nach Goleta bei Santa Barbara weiterreisen. Das erste WM-Match steigt am 17. Juni (6.00 Uhr MESZ) in Santa Clara gegen Jordanien, davor ist keine Testpartie mehr angesetzt.
Österreich – Tunesien 1:0 (0:0)
Wien, Ernst-Happel-Stadion, 35.100 Zuschauer, SR Pignard (FRA)
Tor: 1:0 (63.) Sabitzer
Österreich: A. Schlager – Posch (80. Prass), Lienhart (46. Danso), Alaba (46. Friedl), Laimer – Seiwald, X. Schlager (62. Wanner) – Schmid (46. Chukwuemeka), Gregoritsch (46. Mwene), Sabitzer – Arnautovic (46. Kalajdzic)
Tunesien: Chamakh – Valery, Talbi, Rekik, Abdi – Khedira (82. Saad), Skhiri – Ben Slimane (62. Ayari), Hannibal Mejbri (78. Hadj Mahmoud), Gharbi (62. Tounekti) – Chaouat (62. Elloumi)
Rote Karte: Laimer (37./Verhinderung einer offensichtlichen Torchance)
Gelbe Karten: Danso bzw. Gharbi
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