Verbreitete Krankheit

Gastritis: Jeder Fünfte hat eine Magenentzündung

Eine Schleimschicht schützt die Magenwand vor Säure und Keimen. Schädigt etwas die Barriere, kann sich der Magen entzünden. Häufig wird eine Gastritis durch Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori oder regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente ausgelöst. Auch Alkoholkonsum oder psychische Faktoren können dahinterstecken.

Eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) kann ohne Beschwerden verlaufen oder unspezifische Symptome wie Übelkeit, Völlegefühl, Aufstoßen und Oberbauchbeschwerden verursachen.

Übelkeit oder einen Druck in der Bauchgegend haben die meisten von uns immer wieder einmal. Wenn die Beschwerden allerdings länger bestehen, sollten die Ursachen abgeklärt werden.

„Der Arzt wird Sie gezielt zu möglichen Ursachen befragen. Dazu gehören häufig entzündungshemmende Schmerzmittel, übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum sowie seelische Belastungssituationen. Für 60–80 Prozent der Fälle einer chronischen Gastritis ist das Bakterium Helicobacter pylori verantwortlich.

Schätzungsweise 30 bis 40 Prozent aller Menschen tragen das Bakterium im Magen – die meisten davon allerdings, ohne jemals Beschwerden zu entwickeln“, erklärt dazu der Wiener Allgemeinmediziner Dr. Christian Maté. Das kann zum Beispiel über eine Stuhlprobe oder einen Atemtest bestimmt werden. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen kann das manchmal eine Alternative zur Magenspiegelung (Gastroskopie) sein.

Helicobacter pylori – früher dagegen vorgehen!

H. pylori verursacht weltweit rund 850.000 Magenkrebsfälle pro Jahr. Die Erkrankung entwickelt sich jedoch nicht spontan, sondern ist die Folge einer jahrzehntelangen, oft symptomlosen Infektion, welche die Magenwand chronisch schädigt. Bei Risikogruppen und in Regionen mit hoher Magenkrebs- oder Helicobacter-Häufigkeit wird ein früheres Testen und Behandeln zunehmend diskutiert.

Bei der Behandlung gilt: Da Resistenzen gegen gängige Antibiotikatherapien zunehmen, werden laufend neue Kombinationen getestet. Begleitend können in manchen Fällen Probiotika erwogen werden, vor allem um Nebenwirkungen der Antibiotikatherapie zu verringern. Weiters sind neue Therapie-Wirkstoffe in Entwicklung, ebenso wie ein möglicher Impfstoff. 

Den Magen untersuchen
Eine Gastroskopie hat den Vorteil, dass dabei die Schleimhaut des Magens (und auch der Speiseröhre) nach Auffälligkeiten untersucht werden kann. Über kleine Gewebeentnahmen (Biopsien) kann im Labor unter anderem das Vorhandensein von H. pylori bestimmt werden.

„Therapiert wird im Wesentlichen durch Säurehemmung mit Medikamenten und – sofern möglich – durch Beseitigung der Ursache der chronischen Entzündung der Magenschleimhaut“, so der Vorsorgeexperte. „Schmerzmittel absetzen, Alkohol und Nikotin weglassen, die Ernährung anpassen sowie Entspannungstechniken zu erlernen, sind hilfreiche Ansätze.“ 

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Die Infektion mit Helicobacter pylori ist die häufigste Ursache für eine chronische Gastritis. Danach folgt die Einnahme von Schmerzmitteln (NSAR).

Dr. Christian Maté, Allgemeinmediziner aus Wien

Wird Helicobacter pylori nachgewiesen, sollte in der Regel eine Eradikation, also eine Beseitigung des Bakteriums erfolgen. Die Therapie besteht meist aus zwei verschiedenen Antibiotika und einem Magensäureblocker, die über etwa 14 Tage eingenommen werden müssen. Der Behandlungserfolg sollte anschließend mit einem Atemtest oder Stuhlantigen-Test kontrolliert werden.

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