Bewegt sich etwas?

Selenskyj macht Druck und Putin spricht von „Ende“

Außenpolitik
31.05.2026 20:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Russland verliert laut Kiew im Krieg um die Ukraine die Initiative auf dem Schlachtfeld. Damit ebne sich nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj der Weg zu einer diplomatischen Lösung des Konflikts. Derweil spricht Kremlchef Wladimir Putin ebenfalls von einem „baldigen Ende“ ...

Seit Ende Dezember des Vorjahres gerate die russische Armee immer mehr in die Rückhand bei hohen Verlusten an Soldaten, erklärte Selenskyj in einem Interview des Senders CBS News, das er in Teilen auch auf X und Telegram veröffentlichte.

Russland könne nicht mehr Territorium besetzen, als die Ukraine zurückerobere. „Daher denke ich, dass wir einen diplomatischen Weg finden müssen – hinsetzen und verhandeln – bis Anbruch des nächsten Winters“, sagte Selenskyj. Allerdings sei dazu innerer Druck auf Kremlchef Putin ebenso nötig wie mehr Sanktionsdruck durch die USA und Europa. Auch Europa müsse mit am Verhandlungstisch sitzen, möglicherweise in einem Dreierformat von Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

Kryptische Aussagen aus Moskau
Bisherige Verhandlungs- oder Vermittlungsversuche sind an den Maximalforderungen Moskaus gescheitert. Zu diesen gehört unter anderem, dass Kiew seine Armee aus den bisher nicht von Russland eroberten Gebieten im Donbass, den die Regionen Donezk und Luhansk bilden, abzieht.

Putin selbst überraschte zuletzt mit ähnlichen Äußerungen, wenn auch mit einer anderen Lesart der Situation auf dem Schlachtfeld. „Die Lage auf dem Schlachtfeld entwickelt sich in einer Weise, die uns das Recht gibt zu sagen, dass die Situation sich ihrem Ende nähert“, sagte er am Freitag.

Was genau Putin damit meint, blieb offen. Feststeht nur, dass die russichen Truppen weit davon entfernt sind, die Ukraine zu bezwingen. Selenskyj kritisierte vor diesem Hintergrund die Lockerung von Sanktionen gegen Russland angesichts der Erdölkrise, hervorgerufen durch den Krieg der USA gegen den Iran. „Sanktionen aufheben bedeutet, russischen Soldaten zu helfen, indem man der russischen Industrie hilft“, sagte er.

Durch die Lockerung der Sanktionen gegen Moskau habe es keine Überraschungen wie niedrigere globale Preise für Öl, Benzin oder Diesel gegeben. Vielmehr sei diese Lockerung seiner Meinung nach ein Weg, um den Dialog mit Russland aufzubauen. „Aber dies ist nicht die richtige Herangehensweise, denn sie (die Russen) verstehen keine Worte oder Empathie und sehen es als Zeichen der Schwäche.“

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