Epstein-Files
Mandelson: Britische Regierung legt neue Akten vor
Neue Dokumente zur Mandelson-Affäre sorgen in Großbritannien für weiteren politischen Druck. Die veröffentlichten Unterlagen geben Einblick in die interne Kommunikation des früheren Botschafters und werfen erneut Fragen zu seinen Verbindungen zu Jeffrey Epstein auf.
Die britische Regierung hat am Montag weitere Unterlagen zur Affäre um den ehemaligen Botschafter Peter Mandelson und dessen Verbindung zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht. Die mehr als 1500 Dokumente umfassen unter anderem E-Mails und Chatnachrichten aus Mandelsons neunmonatiger Amtszeit als britischer Botschafter in den USA. Die Enthüllungen setzen die Regierung von Premierminister Keir Starmer bereits seit Monaten unter Druck.
Zu den veröffentlichten Akten zählt auch eine handschriftliche Notiz Mandelsons an den damaligen britischen Außenminister David Lammy aus dem November 2024. Darin schrieb der Botschafter: „Wenn Sie geneigt wären, mich zu ernennen, würde ich dafür sorgen, dass Sie es nie bereuen.“
Die Dokumente enthalten zudem kritische Äußerungen Mandelsons über die Regierung in London. In einer Chatnachricht an den damaligen Kabinettssekretär Pat McFadden vom Mai 2025 schrieb er mit Blick auf Premier Starmer: „Keir fehlt es an Elan, ebenso wie dem Kabinett insgesamt.“ In einer weiteren Nachricht vom Juli 2025 bezeichnete er den Betrieb in der Downing Street als „belagert und verwaist“.
Kontakt zu Epstein
Dem früheren Wirtschaftsminister und EU-Kommissar wird vorgeworfen, während seiner Zeit als Regierungsmitglied sensible Informationen an Epstein weitergegeben zu haben, mit dem er befreundet gewesen sein soll. Starmer hatte Mandelson 2024 zum britischen Botschafter in den USA ernannt, ihn jedoch im September 2025 wieder aus dem Amt entlassen. Der Premier wirft seinem Labour-Parteikollegen vor, die Regierung über das tatsächliche Ausmaß seiner Beziehungen zu Epstein, der 2019 in Haft starb, nicht ausreichend informiert zu haben.
Die Mandelson-Affäre belastet die Regierung Starmer seit Monaten und führte bereits zu mehreren Rücktritten. Bekannt geworden war zudem, dass Mandelson trotz einer zuvor nicht bestandenen Sicherheitsüberprüfung zum Botschafter ernannt worden war. Nach Angaben eines Regierungssprechers wurde die Entscheidung, dieses Ergebnis zu übergehen und Mandelson dennoch zu berufen, im Außenministerium getroffen.
Epstein soll mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht haben. Zudem soll der gut vernetzte Multimillionär einige der Opfer an Prominente vermittelt haben. Im Juli 2019 wurde er erneut festgenommen und sollte eine Haftstrafe verbüßen. Am 10. August 2019 wurde Epstein tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden.










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