Vorsorgeuntersuchungen

Männergesundheit: Schluss mit dem Aufschieben!

Über Gesundheit spricht man(n) nicht immer gerne – und Vorsorge wird oft vertagt. Mit der „Langen Nacht der Urologie“ wollen die Österreichische Krebshilfe und urologischen Fachgesellschaften Hemmschwellen abbauen und Männern den Einstieg in urologische Vorsorgeuntersuchungen erleichtern.

Die eigene Gesundheit gilt für viele Männer als selbstverständlich – solange der Körper funktioniert und keine Beschwerden auftreten. Zwischen beruflichen Verpflichtungen, Familie und Alltag bleibt die Vorsorge dabei häufig auf der Strecke. Doch wer sich frühzeitig mit möglichen Risiken auseinandersetzt, kann Veränderungen rechtzeitig abklären lassen. Gerade bei Erkrankungen, die sich zunächst kaum bemerkbar machen, ist es wichtig, Warnzeichen ernst zu nehmen und medizinische Kontrollen nicht unnötig aufzuschieben.

Dabei beginnt Vorsorge oft mit einfachen Maßnahmen. Regelmäßige Kontrollen von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin können Hinweise auf gesundheitliche Risiken liefern. Auch eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und erholsamer Schlaf tragen dazu bei, die Gesundheit langfristig zu erhalten. Alkohol, Nikotin und Bewegungsmangel können sie hingegen belasten. Entscheidend ist, die eigene Gesundheit nicht erst dann zum Thema zu machen, wenn Beschwerden den Alltag beeinträchtigen.

Wenn Vorsorge zum Tabu wird
Besonders deutlich zeigen sich Hemmschwellen bei der Männergesundheit im Bereich der Urologie. Themen wie Prostata- oder Hodengesundheit werden häufig nur ungern angesprochen. Scham, Unsicherheit oder die Angst vor einer unangenehmen Untersuchung können dazu führen, dass Arztbesuche aufgeschoben werden. Dabei bietet gerade die Früherkennung die Möglichkeit, individuelle Risiken abzuklären und offene Fragen mit einem Facharzt zu besprechen.

Scham und Unsicherheit halten viele Männer von urologischen Vorsorgeuntersuchungen ab.
Scham und Unsicherheit halten viele Männer von urologischen Vorsorgeuntersuchungen ab.(Bild: andranik123 - stock.adobe.com)

Bei der Prostatakrebs-Früherkennung spielt der PSA-Wert eine wichtige Rolle. Dabei handelt es sich um ein Eiweiß, das in der Prostata gebildet wird und dessen Konzentration im Blut gemessen werden kann. Ein erhöhter Wert bedeutet nicht automatisch, dass Prostatakrebs vorliegt, kann aber Anlass für weitere Untersuchungen sein. Ob und wann ein Test sinnvoll ist, sollte im ärztlichen Gespräch unter Berücksichtigung der persönlichen Situation geklärt werden.

Um Männer stärker für die Früherkennung zu sensibilisieren, veranstaltet die Österreichische Krebshilfe gemeinsam mit dem Berufsverband Österreichs Urologen und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie auch 2026 die „Lange Nacht der Urologie“. Die Initiative ist Teil der Kampagne „Loose Tie“, die Männergesundheit aus der Tabuzone holen und einen unkomplizierten Zugang zur Vorsorge ermöglichen möchte.

Lange Nacht der Urologie

Am 9. November 2026 können Männer ab 50 Jahren, die bisher noch nie bei der Prostatakrebs-Früherkennung waren, zwischen 17 und 21 Uhr ohne Terminvereinbarung einen ersten Prostata-Check bei teilnehmenden Ordinationen und Kliniken durchführen lassen. Eine Übersicht der Standorte nach Bundesland ist auf der Website der Aktion zu finden. Die e-Card sollte mitgebracht werden. 

Es ist keine Terminvereinbarung notwendig.
Es ist keine Terminvereinbarung notwendig.(Bild: Loose Tie)

Wichtig ist, dass die Teilnahme nicht automatisch kostenlos ist. Bei Kassenordinationen hängt die Kostenübernahme für die Bestimmung des PSA-Werts vom jeweiligen Versicherungsträger ab. Bei Wahlärzten sind die Untersuchungskosten vor Ort zu bezahlen; eine teilweise Rückerstattung kann je nach Versicherung möglich sein. Die Aktion ist eine freiwillige Initiative der teilnehmenden Einrichtungen.

Vorsorge geht über die Prostata hinaus
Neben der urologischen Gesundheit verdienen auch andere Bereiche Aufmerksamkeit. Die allgemeine Vorsorgeuntersuchung bietet die Möglichkeit, wichtige Gesundheitswerte kontrollieren zu lassen und individuelle Risikofaktoren zu besprechen. Auch die Darmgesundheit sollte nicht vernachlässigt werden: Die Darmspiegelung ist eine wichtige Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs. Bei familiärer Vorbelastung kann es sinnvoll sein, sich frühzeitig ärztlich beraten zu lassen.

Nicht zuletzt gehört die seelische Gesundheit zur Vorsorge. Dauerhafter Stress, Leistungsdruck und fehlende Erholungsphasen können das Wohlbefinden beeinträchtigen. Wer bewusst Ausgleich schafft und bei anhaltenden Belastungen Unterstützung sucht, stärkt damit ebenfalls die eigene Gesundheit.

Die „Lange Nacht der Urologie“ bietet einen konkreten Anlass, den ersten Schritt zu machen. Langfristig sollte Vorsorge jedoch nicht auf einen einzelnen Abend beschränkt bleiben. Wer regelmäßig ärztlichen Rat einholt, Fragen offen anspricht und Veränderungen ernst nimmt, übernimmt Verantwortung für die eigene Gesundheit – unabhängig davon, ob bereits Beschwerden bestehen.

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