Nach schwierigen Wochen im September und Oktober hat der LASK endgültig wieder Tritt gefunden und das Ziel Titelverteidigung in der Fußball-Bundesliga noch nicht aus den Augen verloren. Der 4:2-Last-Minute-Erfolg im OÖ-Derby bei Ried war der vierte Pflichtspielsieg en suite und hielt den Rückstand auf Leader Rapid mit acht Punkten zumindest konstant. Trainer Dietmar Kühbauer schwärmte von der „unglaublichen Mentalität“ seiner Mannschaft. „Da brechen alle Dämme.“
Die frühe Führung durch Christoph Lang (3.) ließ Erinnerungen an das 4:0 über Slovan Bratislava in der Champions League drei Tage zuvor wach werden. Doch Ried ließ sich nicht abschießen – und der LASK in Sachen Konsequenz auch zu wünschen übrig. „Wir haben da ein bisschen nachgelassen, sind ein bisschen schlampig geworden in manchen Sachen“, konstatierte Lang. Kühbauer gab ihm recht. „Wir waren dann nicht mehr so nah am Mann. Wir sind eine fußballerisch gute Mannschaft, aber physisch können wir auch sehr gut spielen. Und da haben wir ein bisschen den letzten Schritt vermissen lassen, haben uns gedacht, wir sind schon auf der Siegerseite.“
Siegeswillen im Herz, Qualität auf der Bank
So konnte Ried dank eines glücklichen „Flipper“-Eigentors von Miguel Freckleton (32.) und eines Hammers von Ante Bajic fünf Minuten später die Partie mit höchster Effizienz drehen. Doch die prompte Antwort durch Joao Tornich (39.) machte Kühbauers Enttäuschung ebenso wett wie der Siegeswille im Finish. Ein Kracher von Moses Usor an die Unterkante der Latte (90.) und schließlich der Schlussstrich durch Krystof Danek (95.), einem weiteren Joker, zeigten aber auch, dass der LASK mehr Qualität auf der Bank sitzen hatte.
„Wenn du dann kurz vor Ende des Spiels mit einem tollen Tor gewinnen kannst, brechen alle Dämme“, beschrieb Kühbauer seine emotionale Achterbahnfahrt. „Und ich bin richtig froh darüber, weil die Mannschaft einmal mehr wieder zurückgekommen ist. Und das spricht dann schon für eine Mannschaft, die funktioniert.“ Das wird auch nötig sein, um den Angriff auf Rapid zu starten. Nach Partien gegen Hartberg und Salzburg nach der Länderspielpause wartet am 5. Dezember das richtungsweisende Gastspiel in Hütteldorf.
Ried arbeitet am Last-Minute-Trauma
Ried ging nach sechs Spielen ohne Niederlage erstmals seit 30. August in der Liga wieder als Verlierer vom Platz. Coach Mario Despotovic hat in den kommenden zwei Wochen ein Last-Minute-Trauma zu bearbeiten. Gingen die Innviertler doch im vierten Spiel in Folge in den Schlussminuten k.o. bzw. gaben Zähler ab. „Es ist extrem bitter. Wir müssen das schnellstmöglich abstellen, weil das kostet uns richtig viele Punkte“, befand Bajic. Gegen Altach kassierte man in der 91. Minute den Ausgleich zum 1:1-Endstand, bei Sturm ließ man sich in der 92. Minute den 2:1-Sieg entreißen. Und im Cup-Achtelfinale rettete sich der LASK nach 1:3-Rückstand mit späten Toren noch in die Verlängerung, um dort mit 5:4 zu gewinnen.
„In den Spielen davor hatten wir schon das Problem, dass wir sehr passiv waren in der Defensive“, erinnerte sich Despotovic. „Diesmal war das, glaube ich, besser. Das Spiel hätte auch auf unsere Seite kippen können, aber diesmal war es halt unglücklich“, sagte der Kroate voller Überzeugung. „Wir waren über sehr weite Strecken auf Augenhöhe. Die Mannschaft hätte einen Punkt verdient gehabt.“
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