Ein wichtiger Schwerpunkt der modernen Alzheimer-Forschung liegt auf der Früherkennung. Dafür kommen verschiedene Forschungsansätze zum Tragen. Die Alzheimer-Erkrankung entwickelt sich schleichend. Bereits lange bevor Gedächtnisprobleme im Alltag auffallen, können sich krankhafte Veränderungen im Gehirn entwickeln.
Zu diesen Veränderungen in den „grauen Zelllen“ zählen unter anderem die Ablagerung bestimmter Eiweiße sowie Veränderungen von Nervenzellen und ihrer Kommunikation.
„Wenn wir verstehen und beeinflussen wollen, wie sich Alzheimer entwickelt, müssen wir die Erkrankung möglichst früh untersuchen. Zum Zeitpunkt der Diagnose sind die krankhaften Veränderungen im Gehirn jedoch häufig bereits weit fortgeschritten“, erklärt Assoc.-Prof. PD Mag. Dr. Marisa Koini, Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Graz (Stmk.).
Verschiedene Untersuchungen möglich
Wichtig ist deshalb die rasche Erkennung. Relevante Veränderungen sollen bereits in anfänglichen Stadien sichtbar werden. „Wir wollen Demenzerkrankungen früher sowie präziser erkennen und ihren Verlauf besser vorhersagen. Dabei verbinden wir unterschiedliche Forschungsansätze: Wir untersuchen Biomarker in Blut und Nervenwasser, entwickeln neue Verfahren zur genaueren Auswertung von MRT-Aufnahmen und erforschen, welche biologischen Veränderungen mit dem Krankheitsverlauf zusammenhängen“, berichtet Prof. Marisa Koini.
Wir wollen Demenzerkrankungen früher sowie präziser erkennen und ihren Verlauf besser vorhersagen.

Assoc.-Prof. PD Mag. Dr. Marisa Koini, Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Graz (Stmk.)
Bild: Med Uni Graz / Lunghammer
Laut der Expertin konnten Grazer Forschende zeigen, dass bestimmte Eiweißstoffe im Blut, Neurofilamente, Hinweise darauf geben können, wie das Gehirn altert. Zudem wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem sich das Volumen des Hippocampus – eine für Alzheimer besonders relevante Hirnregion – präziser bestimmen lässt. „Ziel ist es, aus diesen Puzzleteilen ein immer genaueres Bild der Erkrankung zu erstellen und Veränderungen möglichst früh zu erkennen“, schließt die Neuropsychologin.
Auch Prävention ist wichtig: Bewegung, Herz-Kreislauf-Gesundheit, ausgewogene Ernährung, Schlaf und soziale Aktivität können die Gehirngesundheit unterstützen und so das Leiden vielleicht nicht verhindern, aber hinauszögern.
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