Streit um Rechnungen

Schülern droht jetzt ein Winter ohne Heizung

Burgenland
08.11.2026 09:00

Skurriler Fall: Weil die Gemeinde die Zahlungen einstellen ließ, geht der Energieversorger in die Offensive und müsste in letzter Konsequenz die Wärmezufuhr stoppen. Der Fall liegt bei Gericht. 

Auslöser des ungewöhnlichen Konflikts in Deutschkreutz im Burgenland ist die Anschuldigung der Marktgemeinde, jahrelang zu viel für die Energieversorgung der Europaschule, der Kulturhalle/Vinatrium und des Karl-Goldmark-Museums bezahlt zu haben. Konkret stehen mutmaßliche Überzahlungen von 140.538,17 Euro brutto im Zeitraum 2021 bis 2025 zur Debatte. Der vertraglich vereinbarte, gestaffelte Arbeitspreis sei mit erhöhten Werten angewendet worden, lautet der Vorwurf aus dem Rathaus.

Überbezahlung führt zu Zahlungsboykott 
Kurzerhand wurden heuer die Quartalszahlungen, die über den Verein zur Erhaltung und Erneuerung der Infrastruktur der Marktgemeinde Deutschkreutz KG u.a. mit SPÖ-Bürgermeister Jürgen Hofer an der Spitze laufen, eingestellt – drei Rechnungen mit 61.538,62 Euro brutto seien offen, heißt es von der Biowärme Deutschkreutz GmbH. Daher geht der Energieversorger gegen den Zahlungsboykott vor.

Eine der beanstandeten Rechnungen im grotesken Streit
Eine der beanstandeten Rechnungen im grotesken Streit(Bild: screenshot)

Grotesk: Die Marktgemeinde ist an der Biowärme beteiligt, ein Geschäftsführer des Zulieferers ist der ehemalige Bürgermeister Manfred Kölly (LBL). „Der Vorwurf ungerechtfertigter Tarife ist keinesfalls nachvollziehbar“, betont die Konlechner Rechtsanwalt KG, zuständig für juristische Fragen der Biowärme GmbH: „Wer nicht bezahlt, der wird normalerweise selbst geklagt. In unserem Fall klagt aber der säumige Schuldner den Lieferanten, an dem er sogar selbst beteiligt ist. Viel absurder kann man Steuergeld nicht verschleudern.“

Niemand wolle den Schulkindern die Heizung abdrehen, wie das Unternehmen mitteilt, aber ohne Einsicht im Rathaus sei ein Lieferstopp unausweichlich.

Kommen jetzt mobile Heizgeräte zum Einsatz?
Die Marktgemeinde hält hingegen fest, dass alle vertraglichen Verpflichtungen zur Gänze erfüllt worden seien. Über Umwege ist der heikle Fall beim Bezirksgericht Mattersburg gelandet. Eine Lösung ist dringend nötig. Eine Ersatzversorgung für die drei öffentlichen Gebäude ist laut Gemeinde nicht möglich: „Mobile Heizgeräte können den Wärmebedarf der Schule, des Veranstaltungszentrums oder des Museums nicht decken.“

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