In der französischen Hauptstadt Paris erstatten immer mehr Frauen Anzeigen, weil sie heimlich mit Smart Glasses gefilmt wurden. Jetzt schaltet sich auch die Pariser Justiz ein. Für die Täter könnte das teuer werden.
Wie die Pariser Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, gingen bereits mehrere „Strafanzeigen wegen Verletzung der Privatsphäre im Zusammenhang mit der Nutzung von Smart Glasses“ ein. Angaben zum Hersteller der Brillen machte die Staatsanwaltschaft nicht.
Mit manchen Brillen sogar Livestreams möglich
Mittlerweile bieten mehrere Brillenhersteller die mit Kameras ausgestatteten Brillen an, die in Zusammenarbeit mit Meta oder Google hergestellt werden. Mit den Smart Glasses kann man Fotos und Videos machen, manche können sogar mit dem Internet verbunden und für Livestreams verwendet werden.
Tätern drohen bis zu zwei Jahre Haft
Die Pariser Staatsanwaltschaft spricht von einem „zunehmenden Trend“ in den Online-Netzwerken, „bei dem Frauen auf der Straße mit Smart Glasses ohne ihre Zustimmung gefilmt und die Aufnahmen anschließend online veröffentlicht werden“. Nach französischem Recht sei das eine Straftat, die mit bis zu zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe von bis zu 45.000 Euro bestraft werden könne.
Organisation forderte Vertriebsverbot für Brillen in Deutschland
Die Kritik an den Brillen wird auch in anderen Ländern laut. In Deutschland forderte die Organisation HateAid deshalb ein Vertriebsverbot für die Geräte im Land. Zudem hat sie Strafanzeige gegen Meta und einen Brillenhersteller erstattet – die „Krone“ berichtete.
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