Vieles neu für Kunden

Aus für die Minus-25-Prozent-Pickerl bei Billa

Wirtschaft
22.09.2026 19:45

Die legendären roten oder gelben Rabattpickerl mit den minus 25 Prozent, die die Konsumenten aus den Billa-Flugblättern kannten, gehören nun der Vergangenheit an. Ab sofort gibt es statt der klebenden Pickerl sogenannte Rabattgutscheine aus Karton zum Abreißen. Für Kunden bedeutet das etliche Änderungen – und die haben es in sich.

Bisher kannte man es so: Im wöchentlichen Flugblatt oder in Tageszeitungen fand man die vertrauten Pickerl mit minus 25 Prozent. Diese klebte man auf bis zu drei Produkte seiner Wahl, und an der Kasse wurde der Rabatt abgezogen. Viele Kunden „kletzelten“ die Sticker, um Geld zu sparen, allerdings wieder von den Produkten herunter und verwendeten sie mehrfach – sehr zum Missfallen des Handels, denn das war nicht im Sinne des Erfinders.

Was sich konkret ändert
Damit ist nun Schluss. Das aktuelle Flugblatt, das am Dienstag in den Briefkästen der Haushalte lag, enthält keine Klebepickerl mehr. Stattdessen gibt es ein kleines Kartonblatt im selben Format wie bei den Pickerl, aber mit Rabattgutscheinen. Diese sind gestanzt und müssen abgerissen und an der Kassa abgegeben werden.

Der Vorteil für die Kunden: Sie müssen die Karton-Markerl keinem einzelnen Produkt mehr zuordnen. Die Kassakraft gibt die Anzahl der Gutscheine in die Kassa ein, und der Kunde erhält automatisch auf die drei teuersten Produkte seines Einkaufs 25 Prozent Rabatt.

Kunden können die Markerl ab jetzt nicht mehr auf Produkte kleben, sondern sie reissen sie ab ...
Kunden können die Markerl ab jetzt nicht mehr auf Produkte kleben, sondern sie reissen sie ab und geben sie an der Kassa ab. Dort gibt es den Rabatt dann automatisch auf die teuersten Produkte des jeweiligen Einkaufs.(Bild: Rewe)

Die neuen Markerl können nun allerdings wirklich nur noch einmal eingesetzt werden. Denn die Billa-Kassakräfte sind angewiesen, die Gutscheine einzuziehen. „Das ist wie bei jedem anderen Gutschein oder Coupon auch“, begründet Billa-Sprecher Paul Pöttschacher die neue Regelung. War es früher also durchaus üblich, die Pickerl mehrfach zu verwenden, ist das nun nicht mehr möglich.

Bis zu vier Gutscheine pro Einkauf
Ein Detail, das viele Kunden freuen dürfte: Pro Einkauf können bis zu vier solcher Markerl eingesetzt werden. Drei davon gelten für alle Produkte - ausgenommen sind allerdings die auf der Rückseite genannten Produkte bzw. Produktgruppen (siehe unten). Ein weiterer Gutschein ist nur für bestimmte Marken gültig, in den nächsten zwei Wochen etwa für Simply-Good-Produkte. Die aktuellen Markerl sind ab Donnerstag, dem 24. September, gültig.

Ein positiver Nebeneffekt für die Umwelt: Die alten Sticker klebten auf einem Plastikfeld, die neuen Markerl sind zur Gänze aus Karton. „Ein Vorteil für die Umwelt ist schon, dass es nun kein Plastik mehr gibt“, betont Pöttschacher.

Auf der Rückseite der neuen Rabattmarkerl steht, für welche Artikel man sie nicht einsetzen ...
Auf der Rückseite der neuen Rabattmarkerl steht, für welche Artikel man sie nicht einsetzen kann. Dazu zählen auch bis zu 3000 Artikel der ab Donnerstag gültigen neuen Aktion „Immer Clever Preis“.(Bild: Krone KREATIV/Billa)

Immer mehr Produkte ausgenommen
Doch nicht nur das System ändert sich – auch der Kreis der Produkte, für die die Rabattmarkerl überhaupt gelten, wird kleiner. Schon bisher waren viele Billa-Produkte von den minus 25 Prozent ausgenommen, etwa die günstige Eigenmarke Clever. Künftig können Kunden die neuen Markerl noch auf viel mehr Produkte nicht mehr anwenden. Denn wie auf der Rückseite des Blattes im Kleingedruckten steht: Die Markerl gelten nicht für Produkte aus der neuen Aktion „Immer Clever Preis“.

Billa senkt ja ab Donnerstag die Preise von bis zu 3000 Artikeln auf das Niveau vergleichbarer Produkte bei Hofer und Lidl. Bei Billa Plus sind es bis zu 3000 Artikel, bei den kleineren regulären Billa-Geschäften bis zu 2000 Artikel, je nach Ladengröße. Auf genau diese Artikel können die Minus-25-Prozent-Markerl künftig nicht mehr angewendet werden. Und das betrifft bei Weitem nicht nur die Billigmarke Clever, sondern auch viele Artikel der eigenen Bio-Marke Ja! Natürlich – etwa die Ja! Natürlich Bio-Bananen oder die Ja! Natürlich Vollmilch.

Doch auch andere bekannte Markenartikel sind von der Aktion „Immer Clever Preis“ umfasst: die klassischen Milka-Schokoladetafeln, Felix Tomatenketchup, Haribo Goldbären, Knoppers, Gösser Bier, Stiegl Bier und andere Biere, Milka Tender, aber auch Kosmetikartikel wie Axe Duschgel, Glem Vital Shampoo, Cif Cremereiniger oder Somat Geschirrspültabs. Ebenso Landliebe Pudding und Nuri Sardinen.

Verwirrung um „Ja!“-Produkte
Auf der Rückseite des Karton-Blattes steht zudem, dass auch alle „Ja!“-Produkte ausgenommen sind. Das klingt zunächst nach einer weiteren Einschränkung, ist aber nicht so schlimm, wie es scheint: Gemeint sind damit nicht die Ja!-Natürlich-Produkte, sondern eine günstige Eigenmarke namens „Ja!“, die es bei Rewe in Deutschland gibt und die ähnlich positioniert ist wie Clever in Österreich. In Österreich sind davon nur ganz wenige Produkte betroffen, etwa im Bereich Tiernahrung.

Das steckt hinter „Immer Clever Preis“
Die neue Aktion „Immer Clever Preis“ ist laut dem Unternehmen die größte Preisoffensive in der Geschichte von Billa. Wie die Handelskette mitteilt, sind die damit ausgezeichneten Artikel zu 40 Prozent Markenprodukte, zu 30 Prozent Clever-Artikel und zu 30 Prozent weitere Eigenmarken wie Ja! Natürlich oder Billa Immer gut.

Billa-Vorstandschef Erich Szuchy hat die Aktion bereits vor ein paar Tagen angekündigt: „Wir senken bis zu 3000 Artikel aufs exakt gleiche Preisniveau wie im Diskont – dauerhaft und quer durchs Sortiment.“ Die Kunden würden sich so Preisvergleiche und zusätzliche Wege ersparen.

Billa-Vorstandschef Erich Szuchy: „Wir senken bis zu 3000 Artikel aufs exakt gleiche Preisniveau ...
Billa-Vorstandschef Erich Szuchy: „Wir senken bis zu 3000 Artikel aufs exakt gleiche Preisniveau wie im Diskont – dauerhaft und quer durchs Sortiment.“(Bild: BILLA / Robert Harson)

Was das für Kunden bedeutet
Für Konsumenten bringen die Umstellungen also mehrere Änderungen auf einmal: Die gewohnten Klebepickerl sind Geschichte und sollen in der alten Form auch nicht wiederkommen. Die neuen Markerl sind nur einmal verwendbar und gelten für deutlich weniger Produkte als früher. Gleichzeitig sinken die Preise für Tausende Artikel dauerhaft auf Diskontniveau. Ob sich das unterm Strich für den einzelnen Kunden rechnet, hängt vom individuellen Einkaufsverhalten ab.

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