Klimakatastrophen, Reichtum und Macht in den Händen weniger, Feinde der Demokratie: Düster kommt das Video daher, mit dem die Grünen ihre Herbstkampagne einläuten. Darin bieten sie sich als „die einzige Alternative“ an, um diese Entwicklung in Österreich zu stoppen.
Konkret warnen die Grünen vor einer Machtübernahme der FPÖ, zu der sie die Alternative sein wollen. Man sei nicht bereit, Österreich rechten und rechtsextremen „Hetzern und Spaltern“ zu überlassen, so Grünen-Chefin Leonore Gewessler. Nach den jüngsten Wahlergebnissen in Deutschland sei nun klar: „Da ist Feuer am Dach, und genau dem etwas entgegenzusetzen, das ist unser Auftrag.“
„Weltoffenes Lager anführen“
Zugleich positionieren sich die Grünen gegen die Bundesregierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS, die im Video als „ideenlos“ kritisiert wird. Sie wolle nicht, dass die Menschen „nur die Wahl haben zwischen der Verwaltung des Niedergangs und den rechten Zerstörern der liberalen Demokratie“, betonte Gewessler. „Sehr viele wünschten sich eine weltoffene Zukunft. Und dieses weltoffene Lager, das wollen wir anführen.“
„Will nicht stehen bleiben“
Hoffnung dafür schöpfen die Grünen aus ihrer Vergangenheit. Im Video sind Aufnahmen der Proteste gegen das AKW Zwentendorf und in den Hainburger Auen zu sehen. Umfragen dagegen lassen nicht unbedingt Hoffnung aufkommen: Trotz steigender Werte liegen die Grünen auf Platz vier hinter der SPÖ. „Wir sind jetzt schon 50 Prozent über unserem Wahlergebnis vom letzten Mal, und ich will da auch nicht stehen bleiben“, zeigt sich Gewessler nicht entmutigt. Der aktuelle APA-Wahltrend weist den Grünen derzeit 12,9 Prozent in den Umfragen aus. Klar voran liegt weiterhin die FPÖ, sie kam in einer Umfrage Anfang September schon auf 39 Prozent.
Das ganze Video zur Herbstkampagne sehen Sie unten:
Kickl und seine Freiheitlichen sind folgerichtig der politische Hauptgegner der Grünen. Die Gegensätze sind aus Gewesslers Sicht klar: Die Grünen wollten die Freiheit verteidigen, während die Kickl-FPÖ die liberale Demokratie und freie Medien zerstören wolle. Beim Thema Schutz und Sicherheit für Frauen sei es die FPÖ, die Nein zu „Nur Ja heißt Ja“ sage, ebenso wie bei günstigem Strom aus der Heimat. „Die FPÖ hat null Interesse, irgendwelche Probleme zu lösen, weil wenn die Probleme groß sind, dann geht es den Umfragen der FPÖ gut“, so ihr Fazit.
Grüne machen Hausbesuche
Das grüne Rezept dagegen: „Die Menschen in dem Land erwarten sich eine Politik, die sie ernst nimmt, die hinhört und die ihnen Antworten auf ihre Fragen liefert.“ Deswegen will man in den kommenden fünf Wochen in ganz Österreich unterwegs und bei Hausbesuchen und in Stammtischrunden das Gespräch suchen. Startschuss für die Herbstkampagne ist am Dienstag im Marx-Palast in Wien. Es folgen Auftaktveranstaltungen in allen neun Bundesländern, dann wird bis 26. Oktober getourt.
Darüber, wann tatsächlich gewählt wird und ob die Regierung bis 2029 durchhält, wollte Gewessler nicht spekulieren; ebenso wenig wie über die Frage, in welcher Koalitionsvariante sich die Grünen eine künftige Regierungsbeteiligung gegen die FPÖ vorstellen können. Denn die Menschen wollten keine „Taktiererei“, sondern „Politik, die sie sieht“, sagte sie.
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