30 Jahre bleiben oft nicht einmal mehr Langzeit-Politiker an der Macht. Die Präsidenten aus dem Burgenland sehr wohl! Am 10. Oktober feiert die Kultband in der Csello Mühle in Oslip ihr großes Jubiläum – Konzert inklusive!
Unglaubliche 30 Jahre ist es her, dass Peter Szenczy (55) und Manfred Kröpfl (62) die burgenländische Kultband Die Präsidenten gründeten. Das Ziel der jungen Männer damals: „Berühmt werden und den Lebensunterhalt mit Musik bestreiten können.“ Für den Grammy-Award hat ihre Bekanntheit zwar bislang nicht gereicht, beliebt sind sie dennoch im ganzen Land: „Wir haben uns nie prostituiert und stets nur die Songs gespielt, die uns selbst gefallen.“
Während die frühen Jahre von Unplugged-Musik, Blues, Rock’n’Roll und Oldies geprägt waren, wurde das Programm nach und nach um Soul, R&B, Funk, Country und Swing erweitert. So covert die Live-Band Nummern von Johnny Cash, Elvis Presley, Bob Dylan, Eric Clapton, Frank Sinatra, Miles Davis, AC/DC, Ray Charles, den Beatles und den Blues Brothers und Vielen mehr und verpasst jedem Song eine eigene Note.
Lehren fürs Leben
„Im Lauf der Jahre wechselte die Besetzung mehrfach. Als Christian Steiner und Rudi Neumayr nach Unstimmigkeiten die Band 2001 verließen, dachte wir kurz: ’Okay, das war’s jetzt, wir hören auf!’ Doch eine Band ist wie eine Ehe. Man muss wissen, worauf man sich einlässt, welches Ziel man verfolgt. Man muss einander vertrauen können, einen gemeinsamen Nenner finden und Probleme besprechen können. Jedes Jahr mehr ist ein Riesenerfolg!“, sagen die Urgesteine Szenczy und Kröpfl, die längst mit Kurt Grath, Markus Bratusa und Philipp Jagschitz Jung(geblieben)e mit ihren Konzerten begeistern.
Als Band haben wir viel fürs Leben gelernt: einander aussprechen lassen, andere Meinungen akzeptieren und an Ziele glauben, auch wenn sie aussichtlos scheinen.
Die Präsidenten
Gruselgeschichten und politische Versprechen
Wie wichtig Zusammenhalt ist, zeigte sich auch bei Auftritten, an die sich die fünf Musiklehrer weniger gern zurückerinnern: „Einmal lag auf der Fahrt zu einem Konzert unerwartet ein toter Hund auf der Straße – sehr mysteriös!“ Und dann war da auch noch dieser Gig im legendären Tanzclub „Südsee“ in Stoob, wo Die Präsidenten als Pausenfüller zwischen DJ Kim’s Discomucke spielten: „Nach den fetten Schnitzeln gerieten wir unfreiwillig in eine Schlägerei, die mit Blutspuren in der Küche endete. Die Polizei tauchte nicht auf, denn der Wirt war spurlos verschwunden. Zurück blieb nur Chaos.“
Ob sich Die Präsidenten – gemäß dem Motto „Nomen est omen“ – auch vorstellen können, für die Bundespräsidentenwahl 2028 zu kandidieren, so wie Alt-Landeshauptmann Hans Niessl? „Nein, diesen Job findet niemand von uns erstrebenswert.“ Und was, wenn sie eines Tages doch in der Hofburg landen und die politische Macht im Land übernehmen? „Dann wäre das Wichtigste für uns, die Neutralität zu stärken und zu erhalten. Abgesehen davon wäre gute Musik und gute Stimmung unser größtes politisches Versprechen. Da wird nichts gebrochen, da stehen wir dahinter!“, so das Quintett.
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