Die Skiwelt trauert um Hubert Immler. Der Vorarlberger verstarb am Dienstag nach kurzer schwerer Krankheit. In den vergangenen drei Jahrzehnten war der 64-Jährige an den Erfolgen zahlreicher Athletinnen und Athleten beteiligt, die auf von ihm entwickelte Skischuhe setzten. Immler war aber nicht nur fachlich sonder auch menschlich für viele ein ganz besonderer Mann.
„Als ich Lange-Skischuhe gefahren bin, war Hubert immer für mich da“, erinnert sich Olympiasiegerin Anita Wachter. „Ganz egal zu welcher Uhrzeit. Er war ein Tüftler, der mir mit seinem Wissen sehr viel weitergeholfen hat. Er war der Skischuh-Papst!“
Nicht nur Stars, auch Sternchen
Aber nicht nur den Stars der Szene war Immler stets eine große Hilfe. „Hubert hatte auch immer ein offenes Ohr für junge Athletinnen und Athleten“, erinnert sich „Krone“-Skiexperte Reinfried Herbst, der dem Alberschwender auch viel zu verdanken hat.
„Er hat mich schon betreut als ich Lange-Schuhe fuhr und dann zu Technica gebracht. Mit dem dort von ihm entwickelten Skischuh habe ich auf Anhieb gewonnen und meinen Durchbruch geschafft“, erzählt der 47-jährige Salzburger, der sich in Immlers „Diablo“-Schuh 2006 Silber im Olympia-Slalom holte.
Ein Großer – fachlich wie menschlich
Es war aber nicht nur das riesengroße Know-how, das den Vorarlberger auszeichnete. „Hubert war einfach auch menschlich ein ganz großartiger Typ“, schwärmt Herbst. Eine Einschätzung, die auch Kilian Albrecht – einer der ersten „Schützlinge“ Immlers – teilt. „Er war ein super Mensch und einer der absolut besten seines Faches. Ich habe mich auch nach meiner Karriere immer gerne und oft lange mit ihm unterhalten, nicht nur über den Rennsport.“
Erfolge bei Atomic und HEAD
Der gelernte Tischler, der als Skitester bei Kästle begann, werkte mit nahezu allen Größen der letzten dreißig Jahre. Nachdem er Mitte der 1990er-Jahre die österreichischen Lange-Läufer betreut hatte, wechselte er 1996 zu Atomic, wo er jenen Schuh entwickelte, auf dem der Norweger Lasse Kjus in Vail 1999 fünf WM-Medaillen (2x Gold, 3x Silber) und Bode Miller später erstmals den Gesamtweltcup gewann.
Da war Immler bereits bei Nordica/Technica, wo er die Entwicklung von 2002 bis 2006 vorantrieb. Vor dort wechselte er zu HEAD nach Kennelbach, wo er für Miller und Didier Cuche innerhalb weniger Monate den „Raptor“-Schuh kreierte.
Letzte Station bei Hirscher
Zuletzt werkte er für Marcel Hirschers Firma Van Deer. „Würde es eine Hall-of-Fame für Skischuhentwickler geben, Hubert würde im ersten Wahlgang aufgenommen werden“, schrieb Ski Racing Media-Journalist Peter Lange so treffend. Fix ist: Immler wird fehlen. Als „Skischuh-Papst“, noch mehr aber als Mensch, Ehemann und Vater.
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