Therapien im Check

Übergewichtige Kinder: So werden sie schlanker

Rein statistisch sitzt auch in diesem Schuljahr in jeder zweiten Schulbank ein Kind mit Übergewicht oder Adipositas (krankhaftem Übergewicht). Doch welche Therapieoptionen stehen betroffenen Kids und Jugendlichen in Österreich zur Verfügung – und wie gut sind diese für Familien zugänglich?

16 % der Buben und 17 % der Mädchen im Alter zwischen  8 und  9 Jahren sind übergewichtig, 8 % der Buben und 5 % der Mädchen sind sogar adipös, also stark übergewichtig. Die Suche nach einem passenden Therapieangebot kann für betroffene Familien jedoch oft schwierig sein. Deshalb hat das vorsorgemedizinische Institut „SIPCAN“ im Frühjahr 2026 erhoben, welche Angebote in Österreich aktuell bestehen und wie diese gestaltet sind.

Ernährung als Fokus – Psyche und Bewegung ausbaufähig
Die häufigste Maßnahme gegen Übergewicht ist die Ernährungstherapie – sie ist Bestandteil in 8 von 10 Therapieangeboten. Psychologische bzw. psychotherapeutische Maßnahmen sind bei nur knapp jedem zweiten Angebot integriert, Bewegungstherapie bei etwas mehr als jedem dritten.

Etwas seltener sind psychologische bzw. psychotherapeutische Fachexperten vertreten, am wenigsten kommen Bewegungsexperten zum Einsatz. Bei fast jedem zweiten Angebot wird mit Fachkräften in einem regionalen Netzwerk zusammengearbeitet.

Vielseitige Herangehensweise
„Die Ursachen der Adipositas sind vielschichtig, daher braucht es für eine erfolgreiche Therapie – wie bei Erwachsenen – auch bei Kindern eine multiprofessionelle Herangehensweise. Ernährung, Bewegung und psychologische Aspekte müssen zusammen überlegt und die individuelle Situation sowie besonders das familiäre und soziale Umfeld der Kinder und Jugendlichen berücksichtigt werden“, betont Juliana Bhardwaj, MSc, Ernährungswissenschafterin und Studienleiterin von SIPCAN.

Einstieg jederzeit möglich
Positiv für Hilfesuchende: Bei 9 von 10 Angeboten kann jederzeit mit einer Therapie begonnen werden. Und diese erfolgt überwiegend individuell: 96,3 % der Einrichtungen bieten eine Einzeltherapie an. Ein Gruppenprogramm, das für Kinder und Jugendliche auch motivierend sein kann, findet in 35,8 % der Institutionen statt. Im Vergleich zu früheren SIPCAN-Erhebungen zeigt sich damit eine deutliche Verschiebung hin zur Einzeltherapie.

Soziales Umfeld wichtig
Familienangehörige und das soziale Umfeld werden in mehr als drei Viertel aller Einrichtungen einbezogen. Das ist gerade bei Kindern und Jugendlichen essenziell, da Gesundheits- und Ernährungsverhalten wesentlich davon beeinflusst werden. Auch die Therapiedauer ist großteils individuell und außerdem langfristig angelegt.

82,7 % bieten nach Abschluss der Therapie auch eine Nachbetreuung an – ein Anteil, der gegenüber früheren Erhebungen kontinuierlich gestiegen ist und ein positiver Trend, denn als chronische Erkrankung erfordert die Adipositas auch eine möglichst langfristige Betreuung.

 

 

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