Nach einem Badetag schmerzt und juckt es auf einmal in den Ohren? Vor allem Kinder sind schnell betroffen. Oft steckt eine „Otitis externa“ dahinter – eine Entzündung des äußeren Gehörgangs. Was das genau ist, warum besonders Schwimmer betroffen sind und wie sich die Beschwerden behandeln lassen, lesen Sie hier.
Die Otitis externa ist eine Entzündung der Haut im äußeren Gehörgang – also in dem Bereich zwischen Ohrmuschel und Trommelfell. „Ursächlich beteiligt sind meist Bakterien oder seltener Pilze, die sich in feuchtwarmer Umgebung besonders wohlfühlen. Auch kleine Verletzungen oder Reizstoffe können die empfindliche Haut im Ohr reizen und eine Entzündung begünstigen“, erklärt der Wiener Allgemeinmediziner Dr. Christian Maté. Vor allem Menschen, die viel baden oder schwimmen, leiden häufiger an einer Otitis externa – daher auch der Begriff „Schwimmerohr“.
Erst Juckreiz, dann Schmerzen
Die Symptome beginnen oft mit einem Jucken oder Spannungsgefühl im Ohr. Im weiteren Verlauf kommt es zu stechenden oder brennenden Schmerzen, die sich beim Kauen oder Berühren der Ohrmuschel verstärken. Bei Druck auf den Tragus (Teil des Ohrknorpels, der den Eingang in das Ohr vorn begrenzt) oder Zug an der Ohrmuschel verstärkt sich der Schmerz ebenfalls.
Häufig treten zusätzlich folgende Beschwerden auf: Rötung und Schwellung im Gehörgang, nässende Sekretion oder gelblicher Ausfluss, Druckgefühl oder vermindertes Hörvermögen. Regionale Lymphknotenschwellungen können vorkommen. Fieber ist bei einer unkomplizierten Otitis externa dagegen nicht typisch und kann auf eine ausgeprägtere oder sich ausbreitende Infektion hinweisen.
Keine Wattestäbchen verwenden!
Bei erhöhter Produktion von Cerumen (Ohrenschmalz) regelmäßige Reinigung beim HNO-Arzt.
„Für eine Diagnose genügt meist ein Blick in das Ohr mit dem Otoskop (das kleine Gerät mit Lichtquelle und aufsteckbaren Zylindern): Der Gehörgang ist gerötet, geschwollen und eventuell mit Sekret bedeckt“, erklärt der Arzt.
Die Beschwerden lindern
Das Hauptziel der Behandlung besteht darin, die Schmerzen zu lindern und die Infektion zu beseitigen. In den meisten Fällen kann die Erkrankung zu Hause behandelt werden. Dafür verwendet man Ohrentropfen mit entzündungshemmenden, antibiotischen oder pilzhemmenden Wirkstoffen sowie Schmerzmittel zum Schlucken. In bestimmten Fällen wird der Gehörgang vor Beginn der Behandlung von der medizinischen Fachkraft mit Wasser und Wasserstoffperoxid gespült. Dies entfernt abgestorbene Hautzellen sowie überschüssiges Ohrenschmalz und beschleunigt so den Heilungsprozess.
Die Beschwerden sollten sich innerhalb von 36 bis 48 Stunden nach Beginn der Behandlung bessern. Bis zur vollständigen Beschwerdefreiheit können jedoch ein bis zwei Wochen vergehen. Falls sich die Schmerzen verschlimmern oder nach dieser Zeit keine Besserung eintritt, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.
„Während der Behandlung sollten Sie vermeiden, dass Wasser in die Ohren gelangt. Auf Schwimmen sollten Sie mindestens 7 bis 10 Tage nach Therapiebeginn verzichten. Auch das Tragen von Hörgeräten und In-Ear-Kopfhörern vermeiden, bis die Schmerzen abgeklungen sind“, rät Dr. Maté.
Menschen mit Diabetes oder geschwächtem Immunsystem sollten Ohrenschmerzen frühzeitig ärztlich abklären lassen. Starke oder ungewöhnlich lang anhaltende Schmerzen, Fieber, eine Ausbreitung der Rötung auf die Ohrmuschel oder das Gesicht sowie Gesichtslähmungen erfordern eine rasche medizinische Beurteilung.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.