Mit Houthi-Hilfe

Iran eröffnet neue Front im Krieg gegen die USA

Außenpolitik
20.07.2026 20:12
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Iran hat über die verbündete Houthi-Miliz im Jemen eine neue Front eröffnet. Die schiitischen Rebellen haben nämlich am Montag eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien im Roten Meer verhängt.

Die Blockade gegen den „kriminellen saudi-arabischen Feind“ basiere auf dem Prinzip „Auge um Auge“ und trete mit sofortiger Wirkung in Kraft, teilten die Streitkräfte der Houthi am Montag mit. Diese begründeten die Blockade mit der seit Jahren andauernden „ungerechten und erdrückenden Belagerung“ des Jemen durch Saudi-Arabien. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Rebellen Raketen auf das Königreich abgefeuert.

Krieg und schwerste humanitäre Krise weltweit
Sie warfen Riad vor, einen unter ihrer Kontrolle stehenden Flughafen bombardiert zu haben, womit eine vierjährige Waffenruhe gebrochen worden sei. Die Houthi hatten Ende 2014 die jemenitische Regierung gestürzt. 2015 schaltete sich Saudi-Arabien an der Spitze einer Militärallianz in den Konflikt ein. Der Krieg hat eine der schwersten humanitären Krisen weltweit ausgelöst.

Der Hass auf Saudi-Arabien ist groß. Im Bild sieht man eine Kundgebung gegen das Königreich, ...
Der Hass auf Saudi-Arabien ist groß. Im Bild sieht man eine Kundgebung gegen das Königreich, welches die Houthi-Rebellen bekämpft.(Bild: EPA/YAHYA ARHAB)

Die Ölpreise stiegen nach der Ankündigung am Montag zunächst an, gaben dann aber wieder nach, weil Händler auf einen diplomatischen Durchbruch im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hofften. Eine vollständige Schließung der Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Zugang zum Roten Meer würde die saudi-arabischen Ölexporte nach Asien stoppen und könnte das weltweite Ölangebot um sieben Prozent verringern.

Dies würde die Ausfälle durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran verschärfen, der das globale Angebot bereits um zehn Prozent reduziert hat. Selbst wenn keine Schiffe angegriffen würden, dürfte allein die Drohung die Schifffahrt beeinträchtigen und für Unsicherheit sorgen, erklärte der jemenitische Analyst Mohammed Al-Basha.

Kann Abkommen zwischen USA und Iran gerettet werden?
Trotz der Eskalation gibt es Anzeichen für diplomatische Bemühungen. Einem hochrangigen iranischen Insider zufolge hat Teheran von Vermittlern den Vorschlag für eine zehntägige Feuerpause erhalten, um ein im vergangenen Monat mit den USA geschlossenes Interimsabkommen zu retten. Gleichzeitig setzten sich die gegenseitigen Angriffe fort. Die USA flogen die neunte Nacht in Folge Luftangriffe auf iranische Städte, um nach eigenen Angaben die Fähigkeiten des Landes zu Angriffen auf Handelsschiffe zu schwächen. Die iranische Revolutionsgarde erklärte ihrerseits, sie habe US-Militäranlagen in Kuwait, Jordanien und Syrien mit ballistischen Raketen beschossen. Zudem seien in der Straße von Hormuz zwei Öltanker explodiert.

Trump droht nach Tod von US-Soldaten mit Rache
Am Montag drohte US-Präsident Donald Trump auf seiner Kurznachrichtenplattform Truth Social wegen der jüngsten gefallenen US-Soldaten mit besonders harter Vergeltung. „Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er diesen Tod um ein Vielfaches bezahlen!“, schrieb er. Er habe unter anderem US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine entsprechend angewiesen – was genau das Militär auf Trumps Anordnung hin tun soll, ließ der Präsident offen.

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