Anfällig für Infekte

Experten betonen: „Impfungen für Ältere wichtig“

Mit den Jahren verliert unser Körper in vielen Bereichen an Leistungsfähigkeit. Das gilt auch für den Schutz vor Infektionen. Ältere Menschen sind nicht nur anfälliger für Krankheiten, es drohen auch schwere Verläufe und Folgeschäden. Zwei Experten erklären, welche Impfungen daher besonders wichtig sind.

Bei älteren Menschen lässt die Schutzfunktion von Haut und Schleimhäuten nach, das Immunsystem arbeitet weniger gut und viele kämpfen zusätzlich mit mehreren chronischen Erkrankungen. Dadurch verlaufen Infektionen bei älteren häufig schwerer und Impfungen können weniger stark wirken als bei jüngeren Erwachsenen.

Umso wichtiger ist eine gezielte Impfstrategie, die an das höhere Lebensalter angepasst ist. Dies berichten Univ. Prof. Dr. Birgit Weinberger, Institut für Biomedizinische Alternsforschung an der Universität Innsbruck und Prim. Univ. Prof. Dr. Bernhard Iglseder, Universitätsklinik für Geriatrie an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg, im Fachmagazin „Ärzte Krone“.

Diese Impfungen werden ab 60 empfohlen:

  • Grippe (Influenza) : jährlich, bevorzugt mit speziell angepasstem Impfstoff
  • Pneumokokken: einmalig (neuer Konjugat-Impfstoff)
  • RSV: einmalig
  • Gürtelrose (Herpes Zoster): einmalig in zwei Dosen
  • Covid-19: jährlich, mit an die aktuellen Virusvarianten angepasstem Impfstoff
  • Zusätzlich Auffrischungen beachten: etwa gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und FSME

Weitere Informationen zum aktuellen österreichischen Impfplan.

Infektionen können im Alter ernsthafte Folgen haben und führen häufig zu Verwirrtheit (Delir), Stürzen oder einer Verschlechterung bestehender Leiden. Im schlimmsten Fall droht sogar der Verlust der Selbstständigkeit. Die Experten betonen daher: Wer vorsorgt, schützt nicht nur vor der Krankheit selbst, sondern auch vor langfristigen Einschränkungen. Viele durch Impfungen vermeidbare Krankheiten ziehen zusätzliche Probleme wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologische Schäden oder das Wiederaufflammen chronischer Beschwerden, nach sich.

Da der Körper im Alter schwächer reagiert, profitieren Senioren von spezifischen Impfstofftypen oder kürzeren Intervallen. Ein Beispiel ist die Grippe: Sie kann bei Älteren nicht nur die Lunge angreifen, sondern auch Herzprobleme auslösen. Studien zeigen, dass altersadaptierte Impfstoffe hier deutlich besser wirken als Standardvarianten. 

Auch Impfungen gegen Pneumokokken, das RS-Virus (RSV), Covid-19 und nicht zu vergessen die Gürtelrose (Herpes Zoster) senken nachweislich das Risiko für schwere Verläufe und gefährliche Komplikationen.

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