Jetzt gibt es Proteste

Von E-Bike angefahren: Ortschef verbietet Räder

Ausland
19.08.2026 12:28
Porträt von krone.at
Von krone.at

Weil der Bürgermeister der norditalienischen Stadt Como von einem E-Bike erfasst wurde, zieht er weitreichende Konsequenzen: Alessandro Rapinese will nämlich nun sämtliche Fahrräder und E-Bikes aus dem Stadtzentrum verbannen. Seine Entscheidung sorgt bereits für heftigen Widerstand – und eine Bürgerinitiative plant größeren Protest.

Rapinese verteidigt die geplante Regelung vor allem mit dem Schutz von Fußgängern. In einer Videobotschaft erklärte der Bürgermeister, Fußgänger seien zum Gehen unterwegs und Fahrräder hätten in Fußgängerzonen grundsätzlich nichts zu suchen. Wer ein Fahrrad durch eine solche Straße bringen müsse, solle es schieben.

Bürgermeister verteidigt geplantes Verbot
Zugleich räumte Rapinese ein, dass seine persönliche Erfahrung seine Haltung beeinflusst habe. Der Bürgermeister war kürzlich von einem E-Bike angefahren und verletzt worden. „Die Menschen handeln aufgrund ihrer Erfahrungen“, sagte Rapinese laut Medienangaben. Durch den Vorfall sei ihm bewusst geworden, was es bedeute, von einem solchen Fahrrad erfasst zu werden.

Am idyllischen Comer See sind auch zahlreiche Touristen mit ihren Fahrrädern unterwegs.
Am idyllischen Comer See sind auch zahlreiche Touristen mit ihren Fahrrädern unterwegs.(Bild: Nikokvfrmoto - stock.adobe.com)

Lieferungen nur noch am Vormittag
Die geplanten Einschränkungen gehen allerdings über das Fahrradverbot hinaus. In der historischen, von Stadtmauern umgebenen Altstadt, die von vielen Touristen besucht wird, sollen Lieferungen künftig nur noch zwischen 6 und 11 Uhr erlaubt sein. Zudem sollen die Fußgängerbereiche ausgeweitet werden.

Bestimmte Zonen sollen rund um die Uhr für sämtliche Fahrzeuge gesperrt werden. Davon wären auch Autos von Gästen von Airbnb-Unterkünften betroffen. Besonders umstritten ist die geplante Ausweitung der Fußgängerbereiche auf Straßen, die bislang nicht vollständig für den Verkehr gesperrt waren.

Parteien und Geschäftsleute protestieren
Gegen die Pläne formiert sich Widerstand. Kritik kommt unter anderem von verschiedenen Parteien. Auch Geschäftsleute befürchten Nachteile durch die neuen Beschränkungen. Die Bürgerinitiative „Nova Como“ bereitet bereits eine Protestfahrt mit Fahrrädern vor.

Rapinese weist die Kritik zurück. In den verkehrsberuhigten Bereichen seien Fußgänger den Radfahrern zahlenmäßig deutlich überlegen, argumentiert der Bürgermeister. Künftig müssten sie sich dort auch nicht mehr vor schnell fahrenden Lieferdiensten fürchten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung