Eine aktuelle Wiener Studie liefert klare Hinweise darauf, wie wirksam Covid-19-Impfungen selbst im höchsten Alter sein können – und überrascht dabei mit besonders starken Ergebnissen bei den Ältesten der Gesellschaft.
Wissenschaftler rund um Matthias Unseld von der Akademie für Altersforschung am Haus der Barmherzigkeit in Wien untersuchten die Wirkung der mRNA-Impfung BNT162b2 (BioNTech/Pfizer) bei Bewohnern eines Pflegeheims. Die Ergebnisse wurden im International Journal of Infectious Diseases veröffentlicht.
Schutz für besonders Gefährdete
Hintergrund der Untersuchung ist die besondere Gefährdungslage in Pflegeeinrichtungen: Seit Beginn der Pandemie waren diese überproportional von Infektionen betroffen. Die Bewohner sind meist hochbetagt, leiden an mehreren Erkrankungen und haben ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle. Gleichzeitig gilt die Immunantwort im Alter als schwächer – belastbare Daten aus der Praxis waren bisher jedoch rar.
Daten direkt aus dem Pflegeheim
Die Forscher werteten Krankenakten und Laborbefunde eines Wiener Pflegeheims mit rund 350 Betten aus. Im Fokus standen Infektionen im März und April 2021. Zu diesem Zeitpunkt waren die Bewohner bereits mindestens zweimal mit dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff geimpft.
Insgesamt wurden 350 Bewohner berücksichtigt. 38 von ihnen wurden nach der Impfung positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Diese wurden jeweils mit zwei vergleichbaren, nicht infizierten Personen verglichen – abgestimmt nach Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand. Daraus ergab sich eine Stichprobe von 114 Personen.
Deutlich weniger Infektionen
Die Ergebnisse zeigen laut den Wissenschaftlern einen klaren Effekt: Die Impfung war mit einer signifikanten Reduktion des Infektionsrisikos verbunden. Die Schutzrate lag bei rund 80 Prozent.
Besonders auffällig: Bei Bewohnern im Alter von über 95 Jahren war die Wirksamkeit noch höher und erreichte 94 Prozent.
Starke Antikörperreaktion
Auch die Immunantwort fiel deutlich aus. Insgesamt entwickelten 82,8 Prozent der geimpften Bewohner ausreichende Antikörperkonzentrationen. Ein Zusammenhang zwischen Alter und Antikörperspiegel konnte nicht festgestellt werden. Bei den über 95-Jährigen lag der Anteil mit ausreichendem Antikörperschutz sogar bei 90,9 Prozent.
Die Autoren kommen zu einem eindeutigen Fazit: Die Impfung mit BNT162b2 biete „einen erheblichen Schutz und eine robuste Antikörperreaktion“ bei Bewohnern von Langzeitpflegeeinrichtungen – ausdrücklich auch bei sehr alten Menschen. Damit werde die Wirksamkeit der mRNA-Impfung gerade in besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen unterstrichen.
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