Der Iran-Krieg betrifft längst nicht mehr nur den Iran, Israel und die USA. Jetzt könnte er aber eine völlig neue Eskalationsstufe erreichen: Die Iraner denken offenbar darüber nach, US-Ziele in der EU zu bombardieren. Insider nennen konkrete Länder, die zur Zielscheibe werden könnten.
Aus Sicht des Irans liegt es jetzt an US-Präsident Donald Trump, ob auch EU-Länder direkt in den Iran-Krieg hineingezogen werden. Die Iraner denken nämlich darüber nach, Ziele in Europa zu attackieren, falls Trump seinerseits den Krieg eskalieren lässt. Das sagen zumindest zwei dem iranischen Regime nahestehenden Insider der „Financial Times“.
„Sollten die USA zu weit gehen, wird sich der Iran um jeden Preis verteidigen, über die Region hinausgehen und auch Europa angreifen“, zeichnet eine den Revolutionsgarden nahestehende Person ein düsteres Szenario.
Die iranischen Streitkräfte haben offenbar Angriffe auf US-Militäreinrichtungen in südosteuropäischen Ländern geprüft, darunter auch Bulgarien. Das EU-Land hatte vor Kurzem genehmigt, dass US-Tankflugzeuge den Luftwaffenstützpunkt Besmer nutzen dürfen.
Ein potenzielles Ziel soll auch das EU-Mitgliedsland Zypern sein, im März wurde dort schon ein britischer Luftwaffenstützpunkt von Drohnen angegriffen. Zusätzlich dazu denken die Iraner offenbar darüber nach, Unterwasser-Glasfaserkabel in der umkämpften Straße von Hormuz anzugreifen.
Vertrackte Situation
Aktuell wirkt es nicht so, als würde sich die Lage bald entspannen und der Krieg beendet werden. Das verdeutlicht etwa ein Beitrag von Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er teilte am Dienstag eine Karte der umkämpften Straße von Hormuz mit der Überschrift: „Neues US-Gebiet“ („New U.S. Territory“). Der US-Präsident erklärte auch, dass es gerade „keine laufenden oder geplanten Gespräche oder Verhandlungen“ mit dem Iran gebe.
Trump erklärte die Straße von Hormuz zu US-Gebiet:
Innerhalb des Iran-Regimes stehen die Zeichen ebenfalls nicht auf Frieden. Viele halten inzwischen eine Fortsetzung des Kriegs für alternativlos. Ob es allerdings tatsächlich Angriffe in Europa geben wird, hängt laut den Insidern davon ab, was die USA tun. Der Iran will offenbar den Krieg weiter ausweiten, falls Trump seine früheren Drohungen in die Tat umsetzen und iranische Infrastruktur angreifen sollte.
Warnung an Europa
Dass der Iran dazu in der Lage wäre, dann auch Ziele in Europa zu attackieren, habe das Land laut den Insidern bereits bewiesen. Der Angriff auf einen US-Stützpunkt in Jordanien habe gezeigt, dass die Iraner Ziele in größerer Entfernung treffen könnten. „Das war auch eine Botschaft an Europa: Es kann von Raketen getroffen werden, also sollte es wissen, wo es in diesem Krieg stehen sollte“, heißt es laut „Financial Times“ aus dem iranischen Umfeld.
Stimmt es, was die Insider sagen, ist der Iran bereit dazu, auch europäische Ziele anzugreifen. Experte Sidharth Kaushal von der Denkfabrik „Royal United Services Institute“ in London schätzt die Bedrohung durch iranische Raketen in Europa allerdings eher als „real, aber begrenzt“ ein.
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