Es droht Lebensgefahr!

Warum Diabetiker niemals barfuß gehen sollten

Mit nackten Füßen über warmen Sand spazieren, durchs Gras gehen oder auf der Terrasse barfuß die Sonne genießen: Was für viele selbstverständlich zum Sommer gehört, kann für Menschen mit Diabetes erhebliche gesundheitliche Risiken bergen. Daher gilt für Betroffene: Immer nur mit Schuhen oder Schlapfen gehen!

Wer barfuß geht, riskiert naturgemäß Verletzungen – durch Muscheln, Dornen, Splitter oder spitze Steine. Problematisch wird das vor allem dann, wenn sich Menschen mit Diabetes eine Wunde zuziehen. Denn leiden diese an sogenannter diabetischer Neuropathie, bemerken sie mitunter Verletzungen gar nicht!

Immerhin erleiden bis zu 50 Prozent aller Diabetiker im Verlauf ihrer Erkrankung diese Nervenschädigung und können Schmerz-, Druck- oder Temperaturempfindungen an den Füßen kaum noch wahrnehmen, wie Experten der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. (DGG) erläutern. Schnell können Blasen, Druckstellen, kleine Verletzungen oder Verbrennungen entstehen, die nicht bemerkt werden.

Nerven senden kein Warnsignal
Denn gesunde Personen reagieren bei heißem Untergrund wie Asphalt, Steinplatten, Terrassenböden, Sand oder Metallflächen reflexartig und ziehen den Fuß zurück. Bei von diabetischer Nervenschädigung Betroffenen fehlt dieses Warnsignal.

Erschwerend kommt hinzu, dass Personen mit Diabetes ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko tragen, eine periphere arterielle Verschlusskrankheit zu entwickeln. Darunter versteht man eine Durchblutungsstörung, welche die Wundheilung beeinträchtigt. Durch die Kombination dieser Krankheiten vermag sich aus einem kleinen Kratzer schnell eine chronische Wunde (Ulkus) zu entwickeln.

Tödliches Risiko durch chronische Wunden
Und das kann tödlich enden! Der aus Verletzungen mitunter resultierende diabetische Fuß ist eine schwere, potenziell lebensbedrohliche Komplikation des Diabetes mellitus. 30 Prozent der Betroffenen mit einem diabetischen Fußulkus sterben innerhalb von fünf Jahren.

Auch gehen diese chronischen Wunden etwa 80 Prozent der Amputationen der unteren Extremität bei Menschen mit Diabetes voraus. Nach einer Amputation oberhalb des Sprunggelenks („Majoramputation“) versterben wiederum 70 Prozent der Patientinnen und Patienten innerhalb von fünf Jahren.

Niemals ohne gutes Schuhwerk!
Diabetes-Patienten wird daher ausdrücklich geraten, weder im Haus noch im Freien barfuß zu gehen. Nur geeignetes Schuhwerk mit fester Sohle und genügend Platz, aus weichem Material und ohne Innennähte schützt ausreichend vor mechanischen Verletzungen, Fremdkörpern und Hitzeschäden.

Die Füße täglich kontrollieren
Außerdem braucht es die tägliche Kontrolle der Füße sowie konsequente Hautpflege. Sollten Schnitte, Blasen, Verletzungen, Schwellungen oder Rötungen auffallen, muss das immer ernst genommen und auch dem Arzt gezeigt werden. 

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