Föhrenwald in Flammen

500 Helfer kämpfen bei Gluthitze gegen Inferno

Niederösterreich
05.08.2026 21:10

Höchste Alarmstufe in Niederösterreich! Eine extrem hohe und beißend stinkende Rauchwolke machte das Ausmaß eines Feuers im Föhrenwald bei St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) am Mittwochnachmittag weithin sichtbar. Mehr als 50 Freiwillige Feuerwehren standen mit gut 500 Helfern im Einsatz, auch das Bundesheer ist ausgerückt. Der Brand konnte noch am Abend unter Kontrolle gebracht werden.

Der Wald- und Flurbrand war am Nachmittag ausgebrochen, es wurde die höchste Alarmstufe (B4) ausgelöst; der Bezirksführungsstab wurde eingerichtet. Drei Hubschrauber des Innenministeriums, zwei des Bundesheeres, einer von Heli Austria sowie die Sonderdienste Waldbrand und Flugdienst standen im Einsatz.

Im Bad Fischauer Thermalbad, das wenige Kilometer entfernt liegt, zeigten sich zahlreiche Besucher entsetzt. „Man wusste nicht, was los ist, weil man keine Sirene gehört hat. Dann hat es sich herumgesprochen, dass es der nahe Föhrenwald ist“, schildert eine Bad Fischauerin. Alle seien betroffen gewesen und hätten sich die Rauchwolke angeschaut, deren Gestank auch immer stärker wahrnehmbar geworden sei.

Immer mehr Feuerwehrsirenen schrillten schließlich in den Bezirken Neunkirchen und Wiener Neustadt. Gegen 19 Uhr waren es bereits mehr als 500 Kameraden, die versuchten, dem Feuer auf einer Fläche von über 100 Hektar Herr zu werden.

Anrainer und Autofahrer gewarnt
Die Anrainer wurden über ihre Handys mittels Alert gewarnt. Aufgrund der sehr starken Rauchentwicklung wurden Autofahrer gebeten, diese Strecke zu meiden. Auch Rettungskräfte rüsteten sich für einen möglichen Einsatz. Seitens des Bezirksfeuerwehrkommandos Neunkirchen hieß es: „Bitte meiden Sie das Gebiet, um die Einsatzkräfte nicht zu behindern.“

„Jeder Tropfen zählt“ – eidringliche Warnung im Netz
„Jeder Tropfen zählt“ – eidringliche Warnung im Netz(Bild: Marktgemeinde Bad Fischau Brunn)

Warnungen auch über Facebook
In den sozialen Medien überschlugen sich die Meldungen mit Fotos, Videos und Appellen, auf sich aufzupassen. Bis nach Mödling, Maria Enzersdorf war die Rauchsäule zu sehen, wie ein Autofahrer berichtet. Seitens der Marktgemeinde Bad Fischau-Brunn bat man einmal mehr, Wasser zu sparen, denn: „Das Wassersparen dient ausschließlich dazu, im Notfall genügend Wasser für die Löscharbeiten bereitstellen zu können. Jeder Tropfen zählt, wenn es darum geht, die Feuerwehr bestmöglich zu unterstützen.“

„Achtung: Wasser wird dringend für Löscharbeiten des Waldbrandes benötigt! Aufgrund des anhaltenden Waldbrandes ersuchen wir, den Wasserverbrauch zu reduzieren“, hieß es auch von der Gemeinde St. Egyden.

Am späten Mittwochabend und bei nach wie vor hohen Temperaturen war der Brand schließlich unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten seien allerdings „umfangreich“, meldete das Feuerwehrkommando Neunkirchen.

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Jeder Funke kann aktuell verheerende Folgen haben.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mahnt zur Vorsicht.

„Die zahlreichen Waldbrände im Land, aber vor allem der Großbrand im Föhrenwald, führen uns eindringlich vor Augen, wie ernst die aktuelle Trockenheit und wie hoch die Waldbrandgefahr in Niederösterreich derzeit ist“, teilte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit. Die ÖVP-Politikerin und ihr Parteikollege LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf bedankten sich bei den Einsatzkräften und riefen zu Vorsicht auf. „Jeder Funke kann aktuell verheerende Folgen haben“, warnte Mikl-Leitner. „Achten wir gemeinsam darauf, weitere Brände zu vermeiden“, so Pernkopf.

15 Hektar Vegetation brennen
Auch im Bezirk Gänserndorf waren unterdessen am Mittwoch bei einem Vegetationsbrand rund 15 Hektar betroffen. Bei dem Brand im Raum Neusiedl an der Zaya, Palterndorf-Dobermannsdorf und Hausbrunn im Weinviertel standen am Mittwoch 15 Feuerwehren mit rund 30 Fahrzeugen und 130 Mitgliedern sowie die Waldbranddienstgruppe des Bezirks im Einsatz. Mit Hochdruck wurde auch hier daran gearbeitet, eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern.

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