Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Mit Essig lässt sich einfach der Blutzucker senken. Was ist tatsächlich dran an dieser Behauptung? Wir haben uns die aktuelle Studienlage dazu angesehen und erklären, welche Tipps und Tricks in der Ernährung noch blutzuckersenkend wirken können.
Neben Zimt, Berberin und anderen Nahrungsergänzungsmitteln gibt es immer wieder Trends, die eine blutzuckersenkende Wirkung versprechen. Dazu zählt auch Essig. Eher verwendet als schmackhafte Zutat in Salatmarinaden, kann man ihn auch (verdünnt) trinken, um hohe Blutzuckerspitzen nach dem Essen zu vermeiden.
Dressing ab jetzt trinken
Und tatsächlich kann man den sauren Trunk empfehlen: Eine Studie der University Medical School of Athens (Griechenland) zeigte einen Effekt bei Menschen mit Diabetes Typ 2. Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Blutzuckerkurve nach einer Mahlzeit abflachen kann, wenn 10 – 30 ml Apfelessig in einem Glas Wasser verdünnt getrunken werden. Alternativ ist es auch möglich, einen Salat mit Essigdressing zu verzehren. Hierbei müsste natürlich das Dressing getrunken werden.
Wie funktioniert der Mechanismus?
Physiologisch lässt sich der Effekt durch die im Essig enthaltene Essigsäure erklären. Sie hemmt das Enzym α-Amylase, das Kohlenhydrate zu kleinen Zuckermolekülen abbaut, damit diese ins Blut gelangen können. Dadurch werden Kohlenhydrate langsamer im Körper verstoffwechselt.
Der glykämische Index beschreibt ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel demnach, wie stark der Blutzucker nach dem Verzehr ansteigt. Entscheidend für diesen Wert ist unter anderem der Eiweiß-, Fett- und Ballaststoffgehalt in einem Lebensmittel. Somit hat eine Buttersemmel mit Marmelade einen höheren glykämischen Index als ein Vollkornweckerl mit Aufstrich und Käse.
Allerdings muss man einschränken: Essig wirkt nur blutzuckersenkend, wenn die verzehrte Nahrung einen hohen glykämischen Index aufweist, also etwa Reis, Nudeln und Erdäpfel beinhaltet. Leider bedeutet das auch, dass bei Mahlzeiten, die ohnehin ausgewogen und vollwertig gestaltet sind, kaum eine Veränderung sichtbar ist. Außerdem kann aufgrund der geringen Teilnehmeranzahl der oben genannten Studie keine allgemeine Empfehlung zum Essigtrinken ausgesprochen werden.
Was können Diabetiker sonst tun, um den Blutzucker zu senken?
Achten Sie bei der Lebensmittelauswahl grundsätzlich auf Zutaten mit niedrigem glykämischen Index. Eine weitere Rolle spielt die Reihenfolge der Nahrungsaufnahme: Wird zuerst eine Gemüsevorspeise gegessen, anschließend Eiweiß und zuletzt Kohlenhydrate, führt dies ebenfalls zu einer Reduzierung der Blutzuckerspitze. Vor allem ballaststoff- und eiweißreiche Lebensmittel verlangsamen die Verdauung der Kohlenhydrate und lassen die Blutzuckerkurve abflachen. Ein kurzer Spaziergang nach dem Essen unterstützt die Blutzuckerregulation ebenfalls.
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