Am kommenden Dienstag müssen sich die vier Tierquäler, die Kater „Schmotzer“ Ende April im Tiroler Brixen (Bezirk Kitzbühel) qualvoll töteten, vor Gericht verantworten. Gleichzeitig versammeln sich Tierschützer vor dem Landesgericht in Innsbruck zu einer Mahnwache.
Rückblick auf Ende April: Mehrere junge Männer versuchten in Brixen im Thale, einen Kater mit einem Bolzenschussapparat zu töten. Als das schwer verletzte Tier dann noch lebte und zuckte, drosch einer mit einer Schneeschaufel auf die Katze ein – begleitet von Gelächter und geschmacklosen Kommentaren. Einer aus dem Quartett filmte die Barbarei noch dazu. Das miese Filmchen machte die Runde, die Tierquälerei flog auf.
Aufschrei des Entsetzens weit über Tirol hinaus
Das Verbrechen löste einen in Tirol wohl noch nie da gewesenen Aufschrei aus, der sogar weit über die Grenzen hinaus hallte – nicht nur von Tierschützern! Sogar die Region von Brixen wurde brutal angefeindet. Einer der Täter verlor seinen Arbeitsplatz, auch Vereine reagierten mit Ausschlüssen.
Vor allem in den sozialen Medien entlud sich der Hass auf die vier Unterländer, eine bereits bestehende Petition zur Verschärfung der Strafen bei Tierquälerei schoss durch die Decke. Der Wiener Tierschutzanwalt Sascha Flatz wollte die angebliche Besitzerin von „Schmotzer“ vor Gericht vertreten – das Vorhaben wurde abgewiesen. Die Dame habe das Tier nur gepflegt, hieß es.

Es drohen bis zu zwei Jahre Haft
Am Dienstag, 4. August, wird es nun ernst für die Tierquäler im Alter von 16, 19, 20 und 25 Jahren. Sie stehen ab 9 Uhr am Landesgericht Innsbruck wegen Tierquälerei vor dem Richter. Allen droht theoretisch eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.
Doch nicht nur Tierschützer fürchten, dass das Quartett praktisch ungeschoren davonkommt. „Ersttäter erhalten üblicherweise nur eine bedingte Strafe“, weiß Anwalt Sascha Flatz.
Tierschützer versammeln sich
Mehrere Facebook-Gruppen haben am Prozesstag zwischen 8.30 und 11.30 Uhr zu einer Mahnwache für „Schmotzer“ vor dem Landesgericht aufgerufen. Sie wollen – wie sie betonen sachlich – strengere Strafen für Tierquälerei einfordern sowie auch „Schmotzer“ und allen Opfern von Tierquälerei gedenken.
Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit?
Weil einer der Angeklagten noch Jugendlicher ist, könnte die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.
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