Einen Elektromotor hat der Porsche 911 immerhin schon im Getriebe (GTS und Turbo S), mehr Strom gibt’s im Sportwagen-Klassiker bisher nicht. Andere Baureihen mussten bereits ihren Verbrenner aufgeben. Und der 911er? Porsche-Chef Michael Leiters redet bei dem Thema nicht mehr um den heißen Brei herum.
Der 911er fährt auch in Zukunft (vor allem) mit Sprit oder gar nicht: Leiters hat einer vollelektrischen Version eine Absage erteilt. Wo es Sinn mache und der Kunde das wünsche, werde man auch weiterhin in die Elektromobilität investieren, sagte Leiters auf einer Veranstaltung der Zeitschrift „Auto, Motor und Sport“. Einen 911er werde es aber nicht elektrisch geben. Das sei ein so ein ikonisches Produkt, da müsse der Fortschritt mit der Verbrenner- und Hybrid-Technologie gewährleistet werden.
Porsche steht Leiters zufolge für Technologieoffenheit. Mit dem Taycan sei das Unternehmen einst ein „Pionier der Elektromobilität“ gewesen. Es sei eine Frage der Geschwindigkeit, vielleicht sei man etwas zu früh gewesen, sagte der Manager mit Blick auf den Hochlauf der E-Mobilität. Der Sportwagenbauer aus Stuttgart werde den Markt niemals über Kostenführerschaft gewinnen können oder wollen, sondern müsse die besseren, überzeugenderen und emotionaleren Produkte haben als alle anderen. Diese Differenzierung sei die Herausforderung.
Strategiewechsel in Zuffenhausen
Der Taycan ist seit 2019 auf dem Markt. Mittlerweile haben die Zuffenhausener auch zwei vollelektrische SUV-Modelle im Angebot. Die aktuelle 911-Generation gibt es hingegen nur als Verbrenner. In manchen Modellen kommt auch ein Hybrid-System zum Einsatz, das einen elektrischen Abgasturbolader nutzt.
Die Elektro-Modelle von Porsche fanden in der Vergangenheit deutlich weniger Anklang als erwartet. Ex-Vorstandschef Oliver Blume hatte vor seinem Abgang daher noch die Strategie umgekrempelt. Statt einer ambitionierten E-Strategie sollen künftig wieder mehr Verbrenner im Angebot Schub geben. Dafür muss das Unternehmen aber eine Milliardensumme investieren. Leiters hat den Chefposten bei der VW-Tochter im Jänner übernommen.
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