Autobauer in der Krise

Volkswagen: Gewinneinbruch, Blume will Sparpaket

Wirtschaft
24.07.2026 10:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Volkswagen steckt weiter tief in der Krise. Der Konzern hat inmitten der Debatte um weitere Einschnitte beim Personal einen Gewinnrückgang vermeldet. Auch bei den Auslieferungen gab es ein deutliches Minus. VW-Chef Oliver Blume strebt daher eine Verabschiedung seines neuen Sparpakets für den Konzern noch in diesem Jahr an. 

In den Monaten April bis Juni ging das Konzernergebnis nach Steuern um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro zurück, wie Europas größter Autobauer in Wolfsburg mitteilte. Im zweiten Quartal 2025 hatte VW unterm Strich noch 2,29 Mrd. Euro verdient. Das waren damals bereits 36 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 

Deutlich weniger Fahrzeuge ausgeliefert
Die Auslieferungen fielen konzernweit um fast neun Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge, wie der Konzern bereits zuvor mitgeteilt hatte. Auf dem wichtigen Markt China sackten die Verkäufe sogar um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge ab. Abseits Chinas sah es dagegen im Verkauf etwas besser aus.

Blume will Sparpaket noch heuer beschließen
Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen und härter werdende Konkurrenz sorgten für Gegenwind, hatte Konzernchef Oliver Blume bereits im Frühjahr erklärt. Er plant daher neue Sparmaßnahmen mit deutlichen Einschnitten: Bis zu 50.000 Stellen weltweit und vier Werke in Deutschland stehen auf dem Prüfstand – zusätzlich zu den 50.000 Jobs, die bis 2030 bereits abgebaut werden sollen. Das Paket soll noch heuer festgelegt und verabschiedet werden. 

„Wir gehen davon aus, dass wir bis Jahresende dort ein großes Stück weiter sind“, so der VW-Chef am Freitag. Werksschließungen soll es zumindest bis 2030 aber keine geben. Im September solle es eine weitere Sitzung dazu geben. „Und ich bin auch fest davon überzeugt, da dieses Paket so groß ist, wird es auch noch weitere Sitzungen in diesem Jahr dazu geben“, so Blume. „Jetzt geht es erst mal um den großen Rahmen, den wir dort vereinbaren.“ Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass dies bis Jahresende gelingen werde.

Widerstand gegen neue Sparpläne
Von Gewerkschaft und Betriebsrat kommt bereits kräftig Gegenwind. Ebenso vom Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an VW beteiligt ist und zwei Mitglieder im Aufsichtsrat stellt. Zusammen mit den Arbeitnehmern stellen sie dort die Mehrheit. In dem Gremium fielen die Pläne Berichten zufolge dann auch zunächst durch.

Bis 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke wegfallen, der Rest bei Töchtern wie Audi und Porsche. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.

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