Toter und Verletzte

Berlin: Transporter rast bei Pride-Party in Gäste

Ausland
25.07.2026 23:39
Porträt von krone.at
Von krone.at

Hunderttausende Menschen sind am Samstag durch die Straßen Berlins marschiert, um im Rahmen des Christopher Street Day für die Rechte von LGBTQ-Personen zu demonstrieren. Der traditionelle Marsch verlief friedlich, die Party am Abend musste aber kurz nach 22 Uhr abrupt beendet werden: Ein weißer Transporter war in die Menschenmenge gerast, der Fahrer danach auch mit einer Stichwaffe auf Feiernde losgegangen! Es gibt einen Toten und zahlreiche Verletzte.

Der blutige Zwischenfall ereignete sich im Bereich des Brandenburger Tores. Wenig später wurden über Social-Media-Kanäle und auf einem großen Bildschirm beim Brandenburger Tor die Teilnehmer aufgefordert, die Siegessäule und den Tiergarten zu meiden. „Verlasst das Gelände Richtung Hauptbahnhof!“, lautete der Aufruf der Veranstalter.

Die Polizei sprach laut bild.de von einem „Massenanfall von Verletzten“. Eine Person erlag wenig später ihren schweren Verletzungen. Nach Angaben der Polizei mussten 14 Menschen medizinisch versorgt werden – in einem Posting schrieben sie von „mehreren lebensgefährlich Verletzten“.

Mit Stichwaffe auch Passanten angegriffen
Die Polizei ist mit „starken Polizeikräften im Einsatz“ und fahndet nach möglichen Tatverdächtigen. Augenzeugenberichten zufolge stieg der Lenker des Tatfahrzeugs nach dem Zwischenfall aus dem Auto und rannte davon. Laut bild.de hatte er auch eine Stichwaffe dabei, mit der er mehrere Passanten angegriffen habe. Auch ein Polizeihubschrauber und die Spezialeinheit GSG 9 wurden hinzugezogen.

„Es herrscht keine Panik, es war alles sehr ruhig beim Räumen der Gegend um die Siegessäule“, schilderte „Krone“-Journalist Christoph Engelmaier, der zum Christopher Street Day nach Berlin gefahren war. Als es von den Behörden geheißen habe, alle sollten den Veranstaltungsort verlassen, hätte es aber zahlreiche Besucher gegeben, die sich nicht ausgekannt hätten.

„Hubschrauber kreisen, ununterbrochen Sirenen“
Die weitere Party sei abgesagt worden – auch der geplante Auftritt von Sarah Connor. „Alle gehen heim, es spielt keine Musik mehr, Hubschrauber kreisen, es sind ununterbrochen Sirenen zu hören“, so Engelmaier, der schilderte, dass alles großräumig abgesperrt worden sei.

Wie es möglich gewesen ist, dass der Transporter in die Menge fahren konnte, ist unklar. Denn bereits im Vorfeld der blutigen Attacke aber alles rund um die Pride mit Pollern und Straßensperren gesichert gewesen.

„Schrecklicher Angriff auf die Stadt der Freiheit“
Der regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, sprach von einem „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“. Berlin sei die Stadt der Freiheit – „und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden“. Den Opfern und deren Angehörigen drückte er sein Beileid aus, den Einsatzkräften seinen Dank.

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