„Schwierige Stunden“

Flammen rücken näher: Bordeaux droht Evakuierung

Ausland
25.07.2026 22:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Waldbrandsituation in Frankreich verschärft sich zunehmend. Im südlichen im Département Gironde ist bisher eine Fläche von der vierfachen Größe der Hauptstadt Paris abgebrannt. Die Flammen rücken in rasantem Tempo auf die Großstadt Bordeaux zu. Der Metropole mit über 270.000 Einwohnern droht eine Evakuierung. Nicht minder dramatisch ist die Situation in Spanien.

167.000 Menschen mussten im Département Gironde im Südwesten des Landes bereits in Sicherheit gebracht werden, außerdem etwa 30.000 im benachbarten Département Landes. Für Spanien gab das zuständige Innenministerium die entsprechende Gesamtzahl am Samstagmittag mit rund 60.000 an. Damit waren in beiden Ländern insgesamt gut 100.000 Menschen mehr von Evakuierungen betroffen als noch am Freitag.

Am Samstagabend wartete Premierminister Sébastien Lecornu mit weiteren schlechten Nachrichten auf. „Die abrupte Veränderung der Wetterbedingungen, die gestern eintrat, hat die Dynamik des Feuers tiefgreifend verändert. Nach einer leichten Verbesserung in der Nacht und heute Morgen werden die Prognosen erneut ungünstig. Die nächsten Stunden könnten schwierig werden“, so der Regierungschef auf der Kurznachrichtenplattform X. Auch in anderen Regionen wüten die Waldbrände unkontrolliert weiter.

Hunderte Feuerwehrleute aus Paris sollen nun bei der Brandbekämpfung helfen, sagte der Kommandant der Pariser Feuerwehrbrigade, Arnaud de Cacqueray. Der Einsatz sei fast dreimal so umfangreich wie die Entsendung Pariser Feuerwehrleute bei den schweren Bränden von 2022. De Cacqueray rechnete deshalb mit längeren Reaktionszeiten in der Hauptstadt und appellierte an die Bevölkerung, die Feuerwehr dort nur in absoluten Notfällen zu rufen.

Die Feuerwalze rückt in rasantem Tempo auf die Großstadt Bordeaux zu.
Die Feuerwalze rückt in rasantem Tempo auf die Großstadt Bordeaux zu.(Bild: EPA/LOIC MARTIN / HANDOUT)

Macron: „Wir werden wieder aufbauen“
Zur Unterstützung der Feuerwehr sollte bereits ab Samstag ein militärisches Transportflugzeug vom Typ A400M eingesetzt werden. Die Zahl der eingesetzten Soldaten wurde auf mittlerweile 1500 aufgestockt. Sie assistieren bei den Evakuierungen und sichern Gebäude. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron versprach einen Wiederaufbau der verwüsteten Gegenden. „Wir werden wieder aufbauen, wir werden reparieren, und wir werden so lange vor Ort bleiben, wie es nötig ist“, schrieb Macron auf der Plattform X. In diesen schwierigen Zeiten zeige Frankreich, was es sei: „Ein vereintes Volk, das zusammenhält.“

Auch in Spanien ist die Lage weiterhin dramatisch. Bei einem Waldbrand nahe der Großstadt Valencia im Osten Spaniens kam ein Mensch ums Leben. Das Rathaus der westlich von Valencia gelegenen Gemeinde Manises erklärte am Samstag auf der Plattform X, die Feuerwehr habe den Brand unter Kontrolle bringen können. „Leider ist bei dem Feuer ein Mensch ums Leben gekommen.“

In Spanien mussten sich knapp 60.000 Menschen in Sicherheit bringen, das Innenministerium korrigierte frühere Angaben, in denen von 70.000 die Rede war. In der Provinz Ávila, nordwestlich von Madrid, wurden 30.000 Bewohner evakuiert, wie Innenministerium auf X mitteilte. In der Umgebung der Hauptstadt wurden demnach weitere 29.488 Menschen evakuiert. Hinzu kommen laut Innenministerium mehr als 28.000 Menschen, die wegen der Brände ihr Zuhause nicht verlassen können – 20.262 im Großraum Madrid und 8000 in Ávila.

Im Video unten sieht man, wie schnell sich das Feuer in Spanien ausbreitet:

Großraum Madrid im „Notstand von nationaler Tragweite“
Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte am Freitag im Großraum Madrid und in Ávila einen „Notstand von nationaler Tragweite“ ausgerufen. Laut dem öffentlich-rechtlichen Sender RTVE ist es das erste Mal in Spanien, dass dies wegen Waldbränden geschieht. Teile der Gegend westlich der spanischen Hauptstadt waren am Samstag durch die Waldbrände weiter in Rauch gehüllt. Brandgeruch drang bis ins Zentrum Madrids vor. Allerdings breiteten sich die Flammen nach Regierungsangaben wegen „erheblich“ besserer Bedingungen vorerst nur noch wenig aus.

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