Strategieänderung
VW bringt nun doch Vollhybrid – so funktioniert er
Bisher hat sich VW immer gegen Vollhybridantriebe verwehrt. Vollhybrid, das war bisher vor allem Toyota, aber auch z.B. Hyundai und Honda. Doch die Zeiten haben sich geändert. Im Herbst kommen auch aus Wolfsburg zwei Modelle, die mit Strom fahren, aber mit Sprit geladen werden.
Zunächst werden es VW T-Roc und VW Golf sein, die den neuen Antrieb bekommen. Noch ist er nicht homologiert und es gibt auch für die Presse noch keine Möglichkeit für Probefahrten. Aber wir konnten immerhin mit Projektleiter Matthias Brack am Beifahrersitz eines Versuchsträgers in die Materie eintauchen (siehe Video oben!).
Das seriell-parallele Prinzip ist wie bei Honda (hier der jüngste Fahrbericht über den Honda Prelude). Ein Verbrenner, zwei Elektromotoren, kein Schaltgetriebe. Also auch kein CVT. Bis etwa 60 km/h sorgt nur der Elektromotor für Vortrieb, der Strom dafür kommt aus der Batterie sowie aus dem kleineren Elektromotor, der als Generator vom Verbrenner betrieben wird.
Bei höherem Tempo wird die Kupplung zwischen Verbrenner und Vorderachse geschlossen, der Benziner treibt also direkt die Vorderachse an, und zwar mit einer festen Übersetzung, die in etwa einem sechsten Gang entspricht. Je nach Fahrsituation wird er vom Antriebs-E-Motor unterstützt oder erzeugt zusätzlich zum Vortrieb Strom, der in die Batterie fließt.
Diese auf den Hybridantrieb zugeschnittene Hochvoltbatterie mit NMC-Zellen und einer Kapazität von 1,6 kWh (brutto) steckt im Heckbereich im Fahrzeugboden.
Ein Verbrenner, zwei Leistungsstufen
Basis des Hybridantriebs ist der bekannte 1,5-Liter-TSI mit wahlweise 131 oder 150 PS sowie 250 Nm maximalem Drehmoment. Als Systemleistung bzw. -drehmoment ergeben sich 136 PS und 288 Nm oder 170 PS und 310 Nm.
Das bedeutet beim T-Roc einen Standardsprintwert von 9,3 bzw. 8,1 Sekunden, beim Golf sind es 8,6 bzw. 7,4 Sekunden. Das Höchsttempo wird auf 180 km/h begrenzt.
Drei Fahrprofile
Der Fahrer wird zwischen drei Fahrprofilen wählen können: Im Fahrprofil „Eco“ wird die maximale Systemleistung auf 70 Prozent begrenzt und die Boost-Funktion deaktiviert, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Das Profil „Comfort“ verzichtet auf die Begrenzung der Systemleistung und erlaubt das Boosten. Im Fahrprofil „Sport“ wird die sportliche Ausprägung dadurch erreicht, dass der Antrieb früher in den seriellen Betrieb wechselt und damit schnell die volle Leistung zur Verfügung steht.
So fühlt es sich an
In den meisten Fahrsituationen hält sich der Antrieb akustisch angenehm im Hintergrund. Das berüchtigte Hochdrehen des Verbrenners findet zwar statt, wenn man stärker aufs Gas steigt, bleibt aber weit unterhalb des Nervfaktors manch anderer Vollhybride. Auf virtuelle Schaltstufen, die dem Vollhybrid von Honda eine angenehme Natürlichkeit verleihen, verzichtet VW leider. Vielleicht kommt das später. Derzeit stehen die Wolfsburger ja noch am Anfang mit dieser für sie neuen Antriebskonstruktion.
Über Verbräuche wird noch nicht gesprochen, aber rund 4 l/100 km sollen im Stadtverkehr drin sein – vor allem hier liegt der Sweetspot eines Vollhybriden.









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