Blut beim Ausspucken nach dem Zähneputzen oder beim Biss in einen frischen Apfel? Das ist ein Alarmzeichen für Zahnfleischentzündung. Auch, wenn (noch) keine Schmerzen auftreten, sollte man dagegen rasch etwas unternehmen, um Zahnschäden und Schlimmeres zu verhindern.
Was kann schlimmer sein als einen Zahn – oder gar mehrere – zu verlieren? Chronische Entzündungen im ganzen Körper, Müdigkeit, Erschöpfung, Verspannungen, Kopfschmerzen und zahlreiche Erkrankungen durch Immunschwäche! Das kann nämlich passieren, wenn die schädlichen Bakterien im Mund überhand nehmen, aber meist stellt man den Zusammenhang zunächst nicht her. Mit bisweilen fatalen Folgen.
Bakterien aus dem Mund beeinflussen das Immunsystem
Parodontits, Entzündung des Zahnfleisches, die ins Zahnbett übergeht und sogar den Kieferknochen angreifen kann, entsteht, wenn sich durch überschießendes Bakterienwachstum, Zahnbelag und Zahntaschen bilden. Dort setzen sich weitere Keime fest und dringen immer tiefer ein, bis sie soigar den Kieferknochen erreichen.
Diese Bakterien sondern giftige Stoffwechselprodukte ab, welche in den Körper gelangen und vielerlei Beschwerden auslösen. Sogar Rheuma, Diabetes und Darmprobleme können damit in Zusammenhang stehen! Das kann insbesondere für Schwangere und Menschen mit bestehender geschwächter Immunabwehr gefährlich werden.
Da Zahnfleischprobleme schleichend und lange unbemerkt vor sich gehen, ist das Um und Auf zur Vorbeugung richtige Zahnhygiene. Auch die Ernährung und andere Lebensstilgewohnheiten (Rauchen!) spielen eine Rolle. Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt und professionelle Zahnreinigung durch ausgebildete Fachkräfte sollen eine Selbstverständlichkeit sein und gelten als wichtige Gesundheitsvorsorge. Toller Nebeneffekt: ein strahlendes Lächeln!
Beim Reinigen der Zähne zu Hause reicht eine Zahnbürste allein leider nicht aus, um auch die Zwischenräume und den Zahnhals sauber zu bekommen. Zahnseide und Zwischenraumbürstchen sollten die tägliche Pflege ergänzen. Je nach Befragung gibt aber nur jeder vierte oder dritte Österreicher an, diese Utensilien zu bernutzen. Dabei befinden sich bis zu 40% der Zahnflächen an den mit der Bürste nicht oder kaum erreichbaren Stellen!
Das Zahnfleisch ist ein durchblutetes Gewebe, das Zähne und Kieferknochen schützt. Sie ist ein Teil der Mundschleimhaut. Bakterien, Verschmutzungen oder Verletzungen (falsche oder mangelnde Mundhygiene) kann leicht zu Entzündungen führen.
Gingivitis zeigt sich dabei zunächst durch leichte Blutungen beim Putzen (sieht man beim Ausspucken), Rötung und Schwellung. Unbehandelt wird daraus Paradontitis, eine chronische Entzündung.
Da das Zahnfleisch zum Zahnhalteapparat gehört, drohnen langfristig Schäden am Gebiss bis hin zum Verlust der Zähne.
Mittels Zahnseide zusätzlich (!) zum 2x täglichen Zähneputzen lassen sich Beläge und Essensreste leicht beseitigen. So geht man dabei vor:
Nicht mit der Länge geizen: Ein mindestens 45 cm langes Stück Zahnseide abreißen. Für jeden Zahn einen neuen sauberen Teil verwenden.
Wickeln Sie den längerenTeil der Zahnseide entweder um den Mittel- oder Zeigefinger einer Hand (rechts oder links) und einen kleinen Teil um den Mittel- oder Zeigefinger der anderen Hand.
Bringen Sie die Zahnseide behutsam in einen Zahnzwischenraum ein und straffen Sie diese. Nun im Zick-Zack am Zahninnenrand beidseitig nach oben führen, so als wollten Sie etwas damit abstreifen. Dann im Halbkreis (in Form eines „C“) unten um den Zahn herumlegen, vorsichtig vom Zahnfleischrand zur Oberkante des Zahns bewegen.
Vergessen Sie nicht, die Rückseite jedes Zahns zu reinigen.
Nicht ruckartig hochziehen oder zu heftig hin- und herziehen, um keine Zahnfleischverletzungen zu verursachen.
Bei Kronen, Brücken, Implantaten und Zahnspangen, Floss verwenden
Intertental(Zahnzwischenraum)bürsten können Zahnseide nicht ersetzen, besonders, wenn die Zähne sehr eng stehen, aber sinnvoll ergänzen. Es gibt sie in unterschiedlichen Stärken und Größen. Nicht von oben nach unten durchziehen wie Zahnseide, sondern sanft in die Lücke zwischen den Zähnen am Zahfleischrand schieben. Einige Male hin und herbewegen, wieder herausziehen. Ohne Zahnpasta verwenden!
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