Täter weiter flüchtig

CSD: Beifahrer verhaftet, Angst vor neuem Anschlag

Ausland
26.07.2026 15:03

In Berlin läuft nach dem Attentat mit einer Toten und 29 Verletzten die Suche nach dem mutmaßlichen Terroristen Abdul Ballout auf Hochtouren. Inzwischen kam es zu einer Festnahme, dabei soll es sich um den Beifahrer handeln, der sich im Fahrzeug befand, als Ballout in die Menge der Feiernden im Rahmen des Christopher Street Day (CSD) raste. 

Am Sonntagnachmittag hatte sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) an den Anschlagsort begeben und dort eine Stellungnahme zum laufenden Stand der Ermittlungen gegeben. Dabei sprach er erstmals offiziell von einem Terroranschlag. 

„Alles deutet auf ein islamistisches Motiv hin“, sagte Dobrindt. Nach der Amokfahrt war der Täter mit einer Stichwaffe, mutmaßlich einer Machete, auf weitere Passanten losgegangen und verletzte diese ebenfalls schwer.

Die Karte zeigt den Ort eines Vorfalls am Rande des Christopher Street Day in Berlin, bei dem ein Auto in eine Menschenmenge fuhr. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Brandenburger Tors und des Tiergartens. Es gab einen Toten und zahlreiche Verletzte. Quelle: APA.

Täter wohl kein „Einsamer Wolf“
Augenscheinlich handelt es sich bei dem Terroristen nicht um einen „Einsamen Wolf“. Der tatverdächtige Abdul Ballout sei in der Vergangenheit aufgefallen durch hohes Maß an Straftaten, durch Radikalisierung und durch die Zugehörigkeit zur islamistischer Szene, so Dobrindt weiter. 

In Berlin sei er zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt worden, die Strafe sei zur Bewährung ausgesetzt. Dagegen habe die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt. Weswegen genau Abdul Ballout verurteilt wurde, sagte Dobrindt nicht.

Deutschlands Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Sonntagnachmittag nahe des Anschlagsorts
Deutschlands Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Sonntagnachmittag nahe des Anschlagsorts(Bild: EPA/FADI YOUSEF)
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Beifahrer festgenommen
Angesichts dessen, dass sich der Terrorist offenbar in der einschlägig bekannten Szene bewegt hat, besteht ein erhöhtes Risiko für weitere Angriffe, die Behörden fahnden mit Hochdruck nach dem 21-Jährigen. Auch kam es bereits zu einer Festnahme, Medienberichten zufolge soll es sich dabei um den Beifahrer des Attentäters handeln. 

Berlins Bürgermeister Kai Wegner (CDU) betonte, die Strecke der Parade zum Christopher Street Day sei nicht von dem Anschlag getroffen worden: „Dort ist der Täter nicht hinaufgekommen, weil die Polizei, die Sicherheitsbehörden, die Strecke abgesichert hatten. Aber rund 400 Meter daneben sind immer noch Besucherinnen und Besucher des Christopher Street Day gewesen.“

Trauergottesdienst und Gedenkmarsch
Wegner kündigte an, dass der Berliner Senat um 15 Uhr zu einer Sondersitzung zusammenkommt. Es solle auch Gespräche mit Sicherheitsbehörden geben, um Erkenntnisse zu gewinnen, wie in Zukunft solche Taten verhindert werden können.

Um 16.30 Uhr ist laut Wegner ein Trauergottesdienst in der Berliner Marienkirche geplant. Danach werde man in einem Trauermarsch gemeinsam zum Brandenburger Tor gehen.

„Wir lassen uns nicht unterkriegen“
Bereits am Sonntagmittag hatten Hunderte Menschen am Brandenburger Tor der Opfer gedacht. Menschen legten Blumen nieder, zündeten Kerzen an und lagen sich in den Armen, andere hielten Regenbogenflaggen und Plakate und Banner hoch, darauf stand etwa „Hass ist tödlich“, „Ein Angriff auf eine ist ein Angriff auf uns alle“ oder „We will dance again“. „Gestern war ein Angriff auf uns alle, auf alle unsere Eventitäten, auf unsere Existenzen, auf unsere Gemeinschaft und unsere Demokratie. Und wir lassen uns davon nicht unterkriegen“, hieß es in einem der Redebeiträge auf einer Bühne.

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