Gesundheitsgefahr

Schlechte Zähne erhöhen das Schlaganfall-Risiko

Wissen
20.02.2026 08:53
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine neue Studie hat schockierende Zusammenhänge ans Tageslicht befördert: Chronische Entzündungen des Zahnfleisches beziehungsweise Parodontitis und Karies erhöhen die Gefahr für das Auftreten eines Schlaganfalls dramatisch.

Schlaganfall-Prophylaxe sollte bei weitem nicht nur Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Cholesterin umfassen, sondern auch zum Zahnarzt führen. „Parodontitis und Karies sind weit verbreitete chronisch entzündliche Erkrankungen der Mundhöhle, die mit systemischen Gesundheitsfolgen einhergehen. Beide Erkrankungen erhöhen einzeln betrachtet das Risiko für ischämische Schlaganfälle (Verschluss von Gehirngefäßen durch ein Blutgerinnsel; Anm.), eine der häufigsten Ursachen für Krankheit und Tod.

Bisher haben jedoch nur wenige Studien die kombinierte Wirkung von Parodontitis und Karies auf Schlaganfälle, Schlaganfall-Subtypen und schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse (...) analysiert“, schrieben Souvik Sen von der Neurologischen Abteilung der Universität des US-Staats South Carolina in Columbia und die Co-Autoren in ihrer in „Neurology“ veröffentlichten Untersuchung.

Fast 6000 Personen 20 Jahre lang beobachtet
Die Experten werten die Daten von 5986 Probanden aus der sogenannten ARIC-Studie aus, die zwischen 1996 und 1998 auch zahnmedizinisch untersucht worden waren. Es waren gesunde Personen. Im Mittel wurden sie 21 Jahre lang auf Schlaganfälle, Herzinfarkt, Angina pectoris etc. beobachtet. Bei 1640 Personen war eine gute Zahngesundheit attestiert worden, 3151 hatten hingegen Parodontitis ohne Karies, 1195 Probanden Parodontitis plus Karies.

Die Resultate waren eindeutig. Im Beobachtungszeitraum von im Mittel etwas mehr als zwei Jahrzehnten erlitten 4,1 Prozent der Personen mit guter Zahngesundheit einen ischämischen Schlaganfall. Alleinige Parodontitis steigerte diese Gefährdung auf 6,9 Prozent. Parodontitis plus Karies führten zu einer Häufigkeit solcher schwerwiegender neurologischer Akuterkrankungen von zehn Prozent.

Als die Wissenschafter in der statistischen Analyse alle möglichen Störfaktoren ausglichen, war Parodontitis plus Karies mit einem um 86 Prozent erhöhten Risiko für einen Schlaganfall verbunden. Schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse insgesamt traten um 36 Prozent häufiger auf. „Regelmäßige Zahnpflege (samt Zahnarztbesuch; Anm.) war hingegen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für Parodontitis (minus 19 Prozent) und für Parodontitis plus Karies (minus 81 Prozent) verbunden“, stellten die Autoren fest.

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