Trump sieht „Chance“

Neue Spannungen trüben die Aussicht auf Iran-Deal

Außenpolitik
28.07.2026 09:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach Tagen ohne neue gegenseitige Angriffe zwischen den USA und dem Iran keimt vorsichtige Hoffnung auf eine diplomatische Lösung auf. US-Präsident Donald Trump spricht von einer „guten Chance“ auf eine Einigung mit Teheran. Doch ausgerechnet der Iran weist seine Darstellung zurück – und gleichzeitig sorgen neue Drohnenangriffe in der Region für zusätzliche Unsicherheit.

US-Präsident Donald Trump zeigte sich am Montag (Ortszeit) an Bord der Air Force One optimistisch. Es gebe eine „gute Chance“, dass eine Einigung mit dem Iran erzielt werden könne. „Wir werden sehen, was passiert“, sagte Trump. Sollte es jedoch zu keiner Verständigung kommen, würden die USA „zu dem zurückkehren, was wir vor zwei Tagen gemacht haben“, drohte er mit Blick auf frühere Militärschläge.

Nach 13 Nächten mit neuen US-Luftangriffen auf den Iran hatten beide Seiten seit Freitag keine weiteren gegenseitigen Angriffe gemeldet. Der Iran erklärte zudem, seine „Vergeltungsmaßnahmen“ eingestellt zu haben.

Washington und Teheran widersprechen sich
Während Trump erklärte, der Iran befinde sich derzeit in Gesprächen mit den USA über ein mögliches Abkommen, weist Teheran dies entschieden zurück. Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei erklärte, zwar könnten Vermittler Botschaften der US-Seite überbringen, direkte Verhandlungen mit Washington gebe es derzeit jedoch nicht.

Neue Drohnenangriffe in Saudi-Arabien
Trotz der jüngsten Angriffspause zwischen den USA und dem Iran bleibt die Lage in der Region angespannt. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium teilte mit, mehrere aus dem Irak gestartete Drohnen abgefangen und zerstört zu haben. Die Fluggeräte hätten auf Ölanlagen gezielt. Der irakische Regierungschef ordnete daraufhin eine Untersuchung der Vorfälle an.

Der pro-iranische Zusammenschluss schiitischer Milizen „Islamischer Widerstand im Irak“ wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete sie als „Erfindungen“. Sollte Saudi-Arabien militärisch im Irak eingreifen, drohte die Gruppe mit einer „harten“ Antwort.

Der Nahe Osten kommt nicht zur Ruhe: Hier wollen Houthi-Rebellen eine saudische Drohne ...
Der Nahe Osten kommt nicht zur Ruhe: Hier wollen Houthi-Rebellen eine saudische Drohne bezeichnen, abgeschossen haben. Einen Tag zuvor hatte die jemenitische Gruppe behauptet, sie habe Ölanlagen im Königreich am Persischen Golf angegriffen.(Bild: AFP/HANDOUT)

Houthis erhöhen den Druck
Auch die vom Iran unterstützten Houthi-Milizen meldeten neue Drohnenangriffe auf nach eigenen Angaben „sensible Knotenpunkte“ des saudischen Öltransports nach Yanbu am Roten Meer. Die international anerkannte Regierung des Jemen erklärte, sie sei auf jede weitere Eskalation vorbereitet.

Nach Einschätzung der designierten jemenitischen Außenministerin Afrah al-Zouba versuchen die Houthis, das iranische Vorgehen in der Straße von Hormuz nachzuahmen und die Kontrolle über das Rote Meer auszubauen. Die jüngsten Entwicklungen könnten die seit 2022 weitgehend eingehaltene Feuerpause zwischen Saudi-Arabien und den Houthis gefährden.

Ölpreise geben deutlich nach
Ein weiteres Hindernis für eine nachhaltige Entspannung bleibt die Straße von Hormuz. Der Iran beharrt auf seiner Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge für den internationalen Öl- und Gastransport und stoppte zuletzt erneut mehrere Schiffe.

Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung wirkte sich dennoch auf die Energiemärkte aus: Der Preis für die Nordseesorte Brent fiel am Montag um rund sechs Prozent auf etwa 86 US-Dollar pro Barrel.

Am Dienstag will Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu in Washington mit Trump zusammentreffen. Zuletzt waren die Beziehungen zwischen beiden wegen unterschiedlicher Vorstellungen im Umgang mit dem Iran-Krieg als abgekühlt beschrieben worden.

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