Mehr als nur abnehmen

Diätologie – wenn Ernährung zur Therapie wird

Porträt von Sophie Victoria Orange
Von Sophie Victoria Orange

Blähbauch, Unverträglichkeiten und extra Kilos begegnen wir tagtäglich. Sei es, weil wir selbst davon betroffen sind oder wir jemanden kennen. Diese Themen sind nur ein kleiner Teil des Betätigungsfeldes von Diätologen. Wir haben Einblick in den Berufsalltag einer freiberuflichen Diätologin bekommen.

„Viele Menschen denken bei Diätologie zuerst an Abnehmen“, erzählt Mag. Susanne Dirisamer, freiberufliche Diätologin in Linz. Sie berichtet: „Tatsächlich ist unser Beruf viel breiter. Diätologen arbeiten evidenzbasiert und unterstützen Menschen bei ganz unterschiedlichen gesundheitlichen Themen.“ Die Tätigkeitsbereiche betreffen verschiedene Personengruppen wie Kinder, Jugendliche, ältere Menschen, Schwangere, Stillende, Sportler. Menschen mit Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Osteoporose, Nierenerkrankungen werden auch von Diätologen beraten.

In der Gemeinschaftsverpflegung stellt diese Berufsgruppe Speisepläne zusammen und ist größtenteils für die Anleitung, Überwachung der Zubereitung und die Schulung des Küchenpersonals verantwortlich.

Diätologen dürfen ihren Beruf nur ausüben, wenn das Studium der Diätologie auf einer Fachhochschule abgeschlossen wurde. Im Studium stehen neben Krankheitsbildern und entsprechender Ernährungstherapie auch Beratungstechniken am Lehrplan. Damit der Patient im Fokus steht und seine Ernährungstherapie bestmöglich umsetzen kann.

Nach Abschluss des Studiums ist eine freiberufliche oder angestellte Tätigkeit möglich. Hier gibt es Stellen in Krankenhäusern, Reha- und Kuranstalten, Pflegeheimen, Forschung und der Lebensmittelindustrie. Im Unterschied zu Ernährungswissenschafter dürfen Diätologen Ernährungsberatungen auch für kranke Menschen durchführen.

Essen als Antwort auf Emotionen
Da Essen ein sehr emotionales Thema ist, kommt es in der Praxis zu manchen Herausforderungen. „Viele Menschen haben bereits zahlreiche Diäten oder widersprüchliche Informationen aus dem Internet erlebt. Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist es deshalb, Orientierung zu geben und praktikable Lösungen für den Alltag zu entwickeln“, erläutert Mag. Dirisamer.

Personen mit gestörtem Essverhalten oder schon etablierter Essstörung werden neben Ärzten, Psychotherapeuten auch von Diätologen behandelt. Die zwischenmenschliche Beziehung ist hier besonders von Bedeutung, da Essen ein intimes Thema ist.

Prävention im Fokus
Viele Verdauungsbeschwerden lassen sich durch Änderungen in der Ernährung beheben. Neben einer Besserung der Symptomatik nimmt auch das Interesse für einen gesunden Lebensstil zur Prävention zu. Viele Menschen lassen sich beraten und wollen wissen, wie sie ihre Ernährung verbessern und lange gesund bleiben.

„Besonders schön an meinem Beruf ist, wenn Klienten merken, wie viel Einfluss Ernährung tatsächlich auf ihr Wohlbefinden haben kann – sei es mehr Energie im Alltag, eine bessere Verdauung oder einfach wieder Freude am Essen“, beschreibt Mag. Dirisamer ihre Profession.

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