Vier Mio. Euro Schaden

Verheerender Waldbrand: Forstarbeiter angezeigt

Steiermark
29.07.2026 09:37
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Es war der größte Waldbrand in der Geschichte der Steiermark: Tausende Einsatzkräfte kämpften Ende April in Eisbach-Rein gegen die Flammen an. Schon früh wurden Forstarbeiter verdächtigt, den Brand ausgelöst zu haben, jetzt sind die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen.

Drei Monate nach dem verheerenden Waldbrand am Mühlbachkogel nördlich von Graz veröffentlicht die Polizei brisante Ermittlungserkenntnisse: Das Feuer brach an jenem Samstag, 25. April, gegen 12 Uhr aus, als vier Forstarbeiter im Schatten eine Pause einlegten. Die Männer im Alter zwischen 22 und 49 Jahren waren von den Waldbesitzern beauftragt worden, Jungbäume von Geäst zu befreien.

Bei ihrer Einvernehmung bestritten sie, den Brand verursacht zu haben. Doch bei einer Spurensicherung konnte die Ausbruchsstelle eingegrenzt werden. Sie befindet sich im Bereich der durchgeführten Waldarbeiten. Den Ermittlungen zufolge dürfte ein Funkenflug der Arbeitsgeräte oder eine Zigarette den Brand ausgelöst haben. Ein Blitzschlag kann als Brandursache definitiv ausgeschlossen werden.

Auch Hubschrauber standen tagelang im Einsatz.
Auch Hubschrauber standen tagelang im Einsatz.(Bild: BMI)

Die Männer werden bei der Staatsanwaltschaft Graz wegen des Verdachts der fahrlässigen Herbeiführung einer Feuersbrunst (§ 170 StGB) angezeigt. Hinweise auf ein Vorsatzdelikt oder gar eine Brandstiftung konnten nicht erhoben werden.

100 Fußballfelder brannten
Entdeckt wurde der Brand von Wanderern. Aufgrund der extremen Trockenheit und des starken Windes breitete sich das Feuer rasch auf eine Fläche von etwa 70 Hektar aus. Das entspricht 100 Fußballfeldern. Mehr als 2500 Einsatzkräfte waren über 17 Tage lang und unter schwersten Bedingungen im Dauereinsatz. Am 11. Mai um 9.25 Uhr konnte die Einsatzleitung der Feuerwehr schließlich „Brand aus“ melden.

Neben dem Sachschaden am Waldbestand selbst entstanden auch erhebliche Einsatzkosten für Behörden, Ämter und Einsatzorganisationen. Auch technische Einsatzmittel wurden bei den Löscharbeiten beschädigt. Der entstandene Gesamtschaden dürfte sich auf etwa vier Millionen Euro belaufen. Drei Personen wurden im Rahmen des Einsatzes im teils steilen Gelände leicht verletzt.

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