Die nächste Hitzewelle dieses Jahres ist in Österreich angekommen. Am heutigen Mittwoch lässt Hoch OLAF die Temperaturen bereits auf bis zu 36 Grad ansteigen. Der – vorläufige – Hitzehöhepunkt ist für den Freitag mit bis zu 40 Grad prognostiziert, eine Ende der Welle aber nicht in Sicht. Nicht nur die Menschen leiden massiv, sondern auch die Natur: Seit Monaten fehlt der so wichtige Regen – die extreme Trockenheit nimmt immer weiter zu.
Seit Monaten leidet Österreich unter zu wenig Niederschlag – und ein Änderung der fatalen Situation ist derzeit nicht in Sicht. Vielmehr verschärft sich die Lage mit der neuen Hitzewelle weiter: „An den seit Dezember 2025 vorherrschenden niederschlagsarmen Verhältnissen hat sich auch im Juli wenig geändert“, analysiert GeoSphere-Klimatologe Alexander Orlik. „Die Regenmengen im Juli waren oft zu gering, um eine weitere Verschärfung der anhaltenden Dürre zu verhindern.“
Dürre stellt traurigen Rekord auf
Nach wie vor würden seit Jahresbeginn rund 30 Prozent auf ausgeglichene Niederschlagsverhältnisse fehlen: „Im Klimamittel sollten es bis zum 27. Juli im bundesweiten Flächenmittel 609 Millimeter Niederschlag sein. Bis jetzt fiel aber nur eine Regenmenge von 426 Millimetern. Damit war es in Österreich – zumindest seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts – in den ersten sieben Monaten eines Jahres nicht mehr so niederschlagsarm.“
Ansatzweise vergleichbar seien die Jahre 1971 und 2003, als es ähnlich wenig Regen gab. „Dennoch waren die Defizite zum Klimamittel mit minus 27 bzw. minus 25 Prozent etwas geringer als 2026.“
Problematisch ist das immer weiter ansteigende Feuchtedefizit in den Böden. Durch häufiges Hochdruckwetter mit viel Sonnenschein und langen Niederschlagspausen, speziell in der zweiten Mai- und Junihälfte sowie Ende Juli, seien die Verdunstungsraten sehr hoch gewesen. Und das lässt auch die Gefahr von Bränden weiter ansteigen.
Brandgefahr steigt weiter massiv
Gebrannt hat es im heurigen Jahr bereits reichlich, wie die Waldbrand-Datenbank der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) zeigt. Seit Jahresbeginn wurden in Österreich 269 Waldbrände registriert. Gewaltig im Vergleich zum Vorjahr, als 196 registrierte Waldbrände verzeichnet wurden. Der langjährige Durchschnitt der Jahre 1993 bis 2025 beträgt 149 Waldbrände pro Jahr, teilte das Kuratorium für Verkehrssicherheit am Mittwoch mit.
83 Prozent aller Waldbrände in Österreich werden laut Statistik übrigens durch menschliches Verhalten verursacht. Natürliche Auslöser, wie Blitzschläge, spielen dagegen eine deutlich geringere Rolle. Trockenheit und Hitze schaffen zwar besonders gefährliche Bedingungen für die Entstehung und Ausbreitung von Bränden – der konkrete Auslöser ist jedoch meist menschengemacht. Und hier reicht ein kleiner Funken, der in Kombination mit Wind massive Auswirkungen auf die Vegetation haben kann.
Fischsterben durch historisches Niedrigwasser
Einfluss hat die extreme Hitze auch auf die Gewässer. Sinkende Wasserpegel beeinflussen etwa schon den Schiffsverkehr auf Flüssen (wie berichtet, gibt es mittlerweile bereits Einschränkungen bei Passagier- und Güterschiffsverkehr auf der Donau), aber auch die Tierwelt. So sterben immer mehr Jungfische aufgrund des historischen Niedrigwassers. „Das Problem wird immer dramatischer“, so der Wachauer Fischereiaufseher Hermann Miedler. Die Hitze sorgt für wärmere Gewässer, der Sauerstoffgehalt sinkt, Fische ersticken.
Pegel in NÖ und OÖ sinken immer weiter
Derzeit werde an allen Gewässern in Niederösterreich ein ziemlich niedriger Wasserstand verzeichnet, sagte Günther Konheisner, stellvertretender Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes Niederösterreich. Entlang der Donau sowie an 20 bis 30 Prozent der Messstellen an kleineren Gewässern liege der Pegel im Bereich der historischen Tiefstwerte. Auch an fast allen großen Zubringern zur Donau in Oberösterreich liegt der Abfluss bereits unter dem langjährigen Niederwasserwert. Und im Innviertel ist die rund 40 Kilometer lange Mattig, die in den Inn mündet, auf einer Strecke von fünf Kilometern komplett trockengefallen.
Teile Österreichs leiden bereits unter 3. Hitzewelle
Die mittlerweile dritte Hitzewelle dieses Jahres hat nicht zuletzt auch dramatische Auswirkungen auf die Bevölkerung, vor allem auf vulnerable Gruppen. „Hitzewellen treten heute nicht nur häufiger auf, sie dauern vielfach länger und erreichen höhere Temperaturen. Daraus ergibt sich ein deutlich erhöhtes Potenzial für gesundheitliche Belastungen“, erklärt Klimaforscher Marc Olefs von der GeoSphere Austria. Ein Mix aus Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit sowie Strahlung und Wind bestimmt, wie stark die Auswirkungen auf den Körper sind. Besonders der Osten Österreichs wird daher wohl in den kommenden Tagen leiden müssen, denn hier nimmt der Wind mehr und mehr zu.
Das Ende der Hitzewelle ist jedenfalls aktuell nicht in Sicht. Hierzu gibt es noch keine belastbaren Daten. Während manche Wettermodelle eine leichte Entspannung zum Start der neuen Woche prognostizieren, bleibt es bei anderen Modellen auch noch weit in die Woche hinein extrem heiß.
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