Urteil in den USA
Lebenslange Haftstrafe für 16-jährigen Amokläufer
Colt Gray erschoss mit 14 Jahren während eines Amoklaufs vier Menschen an seiner Highschool. Nun mit 16 Jahren ist er von einem US-Gericht im Bundesstaat Georgia zu lebenslanger Haft – ohne vorzeitige Entlassung auf Bewährung – verurteilt worden.
„Ihre Tat scheint Sie keineswegs zu berühren. Vielmehr genießen Sie es, in die Fußstapfen von Ihren verehrten Mördern zu treten“, erklärte Richter Nicholas Primm während der Urteilsverkündung. „Die Toten werden nicht zurückkehren, die Wunden der Verletzten nicht verheilen. Und ein 16-jähriger Bursche wird im Gefängnis sterben“, so Primm weiter. Gray verfolgte all das regungslos, blickte Medienberichten zufolge lediglich zur Galerie, wo seine Großmutter das Geschehen verfolgt habe.
Massenmörder als Idole
Der Anklage zufolge verehrte der 16-Jährige Massenmörder und galt als Waffennarr. Seine Tatwaffe, ein halbautomatisches Gewehr, erhielt Gray von seinem Vater – als Weihnachtsgeschenk. Dieser war bereits zuvor wegen Totschlags und der fahrlässigen Tötung verurteilt worden, denn es hatte Hinweise darauf gegeben, dass sein Sohn einen Amoklauf plant.
Verteidigung: „Einsames und funktionsgestörtes Kind“
Die Verteidigung wies zwar auf die „schwierige Kindheit“ des 16-Jährigen hin. Es handle sich um ein „einsames und funktionsgestörtes“ Kind, dessen Eltern Drogen konsumierten und „oft stritten“. Grays Großmutter gab vor Gericht an, viel Zeit mit dem Teenager verbracht zu haben, weil dessen Eltern so „instabil“ gewesen seien. Zu all dem hatte der Angeklagte nichts zu sagen. Lediglich seine Erklärungen während der Polizeiverhöre wurden während des Prozesses vorgespielt. In diesen hatte er zwar hysterische Anfälle und erklärte, dass er „etwas Schreckliches“ getan habe, doch die Amoktat war so minutiös geplant gewesen, dass der Richter zum Schluss kam, dass diese einzelnen Gefühlsregungen nicht das wahre Wesen des Beschuldigten zeigten. Er bekannte sich vor Gericht schuldig.
Bei dem Schusswaffenangriff an der Apalachee High School in Georgia waren im September 2024 in der Stadt Winder zwei 14-jährige Schüler sowie zwei Lehrkräfte getötet worden. Neun weitere Menschen wurden verletzt.









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