Der kanadische KI-Entwickler Cohere schluckt den deutschen Wettbewerber Aleph Alpha. Dies kündigten beide Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung an. Cohere wolle das Geschäft mit europäischen Regierungen, staatlichen Institutionen und Unternehmen aus regulierten Branchen ausweiten, sagte Francois Chadwick, der Finanzchef des kanadischen Start-ups, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.
„Wir werden uns dazu verpflichten, europäische Infrastruktur zu nutzen und die hier geltenden Souveränitätsanforderungen einzuhalten.“ Zu den finanziellen Details machte Chadwick keine Angaben. Das neue Unternehmen werde für seine KI-Angebote die Rechenzentren der Schwarz-Gruppe nutzen, hieß es weiter. Im Gegenzug verpflichte sich der Aleph-Alpha-Anteilseigner, 600 Millionen Dollar (513,1 Millionen Euro) in die kommende Cohere-Finanzierungsrunde zu investieren.
Im vergangenen Sommer hatte das kanadische Start-up 500 Millionen Dollar frisches Kapital eingesammelt. Damals lag die Unternehmensbewertung bei 6,8 Milliarden Dollar. Dem „Handelsblatt“ zufolge wird Cohere 90 Prozent an der fusionierten Firma halten.
Bemühungen um größere digitale Souveränität Europas
Die Schwarz-Gruppe, zu der etwa der Einzelhändler Lidl gehört, bietet auch Cloud-Dienste an. Sie errichtet derzeit im deutschen Lübbenau für elf Milliarden Euro ein neues Rechenzentrum. Aleph Alpha galt anfänglich als deutsche Antwort auf OpenAI. Die Entwicklung großer KI-Sprachmodelle wie ChatGPT hat das Start-up inzwischen aber aufgegeben. Stattdessen konzentriert es sich ähnlich wie Cohere auf spezialisierte KI-Anwendungen für Unternehmen.
Europa will seine technologische Abhängigkeit von ausländischen Technologiekonzernen verringern. Daher kündigte die Europäische Union (EU) die Förderung des Baus mehrerer sogenannter KI-Gigafactories an. Eines dieser besonders leistungsstarken Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) soll in Deutschland angesiedelt werden. Auch Wien hat sich für einen der Standorte beworben.
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