ÖVP-Landesparteichef und Landeshauptmann Thomas Stelzer hat sich am Freitag beim Landesparteitag in Linz deutlich vom Regierungspartner FPÖ in Oberösterreich abgegrenzt und damit quasi den Vorwahlkampf eröffnet. Die Delegierten dankten es ihm und wählten ihn mit 99,6 Prozent erneut zum Parteiobmann.
Der Parteitag im Design Center wurde zum Start des Vorwahlkampfs für die Landtagswahl im Herbst 2027. Erstmals droht in dem traditionell schwarzen Bundesland, dass der Juniorpartner FPÖ, mit der die Volkspartei seit 2015 in der Proporzregierung ein Arbeitsübereinkommen hat, die ÖVP vom ersten Platz verdrängt. 2021 hatte die ÖVP 1,2 Prozentpunkte zugewonnen und erreichte 37,6 Prozent. Die FPÖ lag mit 19,8 Prozent deutlich abgeschlagen auf Platz zwei. In Umfragen schmilzt der Vorsprung für die ÖVP jedoch kontinuierlich. Teilweise liegen die Blauen vorn, zumindest ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Parteien wird erwartet.
„Kein Luftschlösserbauen“
Entsprechend bestimmt trat Stelzer vor seiner Wiederwahl zum Landesparteichef dann in seiner Rede auf. Er baute die gut 30 Minuten darauf auf, warum es wichtig sei, dass die ÖVP führende Kraft im Land sei: „Wenn wir es nicht machen, macht es ein anderer – anders – ganz. Und damit nicht gut für das Land“. Denn in ernsthaften Zeiten sei „keine Show gefragt, kein Auseinanderdividieren und auch kein Luftschlösserbauen“. Es brauche einen „klaren Blick auf die Dinge“. In Abgrenzung zu seinem blauen Juniorpartner strich er Unterschiede heraus. So orientiere sich seine Partei „am westlichen Europa und nicht an Putin, Orbán oder Trump“.
Er zeichnete ein Bild von seiner Partei, die anpackt, „Dinge in die Hand nimmt“, und wollte damit wohl zugleich die Botschaft an die Wähler vermitteln, in unsicheren Zeiten lieber den gewohnten Weg fortzusetzen, statt das Risiko eines Wechsels an der Landesspitze einzugehen. Selbstüberzeugt rief der Landesparteichef den Funktionären zu: „Im Tun kann uns keiner das Wasser reichen.“ Er betonte, dass die Grundlage für die Kraft und Stärke des Landes auch in den christlichen Werten liege.
Stocker zu Stelzer: Land „bei dir in guten Händen“
Bundesparteiobmann und Bundeskanzler Christian Stocker würdigte Stelzer nicht nur als eine „starke Stimme in der Reformpartnerschaft“, sondern meinte: „Das Land Oberösterreich ist bei dir in guten Händen“.
Die 1500 Funktionäre, die unter dem Motto „Unsere Kraft. Unser Einsatz“ zum Parteitag im Design Center zusammengekommen waren, würdigten zunächst Stelzers Rede mit Standing Ovations und wählten ihn danach erneut zum Landesparteiobmann. Die 99,6 Prozent sind ein starkes Statement für Stelzer innerhalb der ÖVP – bei seinem ersten Antreten 2017 erhielt er noch 99,9 Prozent der Stimmen.
Auch Stelzers Stellvertreter durften sich über viel Vertrauen innerhalb der Partei freuen: Michaela Langer-Weninger erhielt überhaupt 100 Prozent der Stimmen, Christine Haberlander 99,6, Doris Hummer 99,4, und Wolfgang Hattmannsdorfer, der anstelle von August Wöginger antrat, erhielt 99,5 Prozent.
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