In der Antragsflut, die sich am Samstag über den Landesparteitag der Wiener SPÖ ergießt, versteckt sich auf Seite 123 und 124 ein besonderes politisches Gustostückerl. Inhalt: Der gebremste Familienzuzug soll „umgehend“ wiederhergestellt werden, Abschiebungen lehnt man „in der jetzigen Form und Intensität“ ab.
Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) wird die Delegierten am Samstag in der Messe Wien rund 20 Minuten mit seiner Rede beglücken, danach ergreift Wiens Bürgermeister Michael Ludwig das Wort. Primär wird es in seiner Rede um Wirtschaft, Arbeit und Sicherheit gehen. Danach wird diskutiert, lange und viel, phasenweise bis zur Ermüdung, denn auch die vielen Anträge des 203 Seiten dicken Programms wollen beleuchtet werden.
Ein Antrag kommt vom verhaltensoriginellen VSSTÖ (Verband Sozialistischer StudentInnen in Österreich), der sich offenbar grenzenlose Zuwanderung an die Fahnen heften will.
„Dieses Leid ist politisch produziert“
Zu lesen ist: „Unter der neuen Stadtregierung in Wien wurde 2025 der Familiennachzug für bestimmte Schutzberechtigte faktisch ausgesetzt bzw. massiv eingeschränkt. Das ist ein tiefer Einschnitt in das Recht auf Familienleben, das durch die Europäische Menschenrechtskonvention (Art. 8 EMRK) und die EU-Grundrechtecharta garantiert ist.“
Und weiter, Wort für Wort zitiert: „In der Praxis bedeutet das, dass Mütter auf ihre Kinder warten, Ehepartner:innen getrennt sind und Familien, die in Wien Fuß gefasst haben, arbeiten, Steuern zahlen und ihre Kinder in Wiener Schulen schicken, dürfen ihre engsten Angehörigen nicht nachholen. Dieses Leid ist politisch produziert und dementsprechend auch politisch abstellbar.“
Diese Migrationspolitik sei „keine sozialdemokratische Praxis“: „Als Sozialdemokrat:innen lehnen wir Abschiebungen in ihrer jetzigen Form und Intensität ab und fordern stattdessen ein umfassendes Bleiberecht, insbesondere für Menschen, die bereits Teil unserer Gesellschaft sind.“
Ein Antrag, der es in sich hat, denn die Wünsche der VSSTÖ-Vertreter würden das sowieso schon migrationsfreudige Land Österreich völlig unter Druck setzen, finanziell wie politisch.
Das wollen die VSSTÖ-Vertreter:
Und was bedeutet dieser Antrag nun?
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