„Gibt größere Themen“

Papst lehnt Segnung homosexueller Paare ab

Ausland
24.04.2026 18:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

Papst Leo XIV. hat die Segnung homosexueller Paare durch die katholische Kirche in Deutschland kritisiert. „Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass sich die Einheit oder Spaltung der Kirche nicht um Fragen der Sexualität drehen sollte“, sagte er auf dem Heimflug aus Äquatorialguinea.

„Wir haben eine Tendenz zu denken, dass die Kirche, wenn sie von Moral spricht, nur von Sexualmoral spricht. In Wirklichkeit, glaube ich, gibt es viel größere und wichtigere Themen wie Justiz, Gleichberechtigung, Freiheit von Mann und Frau, Freiheit der Religion“, sagte der Pontifex weiter.  „Franziskus‘ berühmt-berüchtigte Formulierung ‘tutti, tutti, tutti‘ (‘alle, alle, alle‘) ist ein Ausdruck der Überzeugung der katholischen Kirche, dass alle willkommen sind, dass alle eingeladen sind, Jesus zu folgen und sich zum Glauben zu bekehren. Wenn man darüber hinaus geht, denke ich, ist das ein Thema, das eher für Uneinigkeit sorgen kann als für Einigkeit“, sagte Leo XIV. weiter. Vor allem die katholische Kirche in Afrika lehnt die Segnung homosexueller Paare ab.

Der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte in seinem Bistum München und Freising kürzlich die Segnung homosexueller Paare zugelassen. Grundlage ist eine Empfehlung der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholikinnen und Katholiken aus dem vergangenen Jahr. Ende 2023 hatte der inzwischen verstorbene Papst Franziskus die Segnung Homosexueller mit Einschränkungen erlaubt. Damals hatte es geheißen, dass sich der Segen nicht auf das Paar, sondern auf die beiden Personen beziehe, und es keine Heirat im kirchlichen Sinne sei.

Leo XIV. sagte nun, dass der Heilige Stuhl bereits mit den deutschen Bischöfen gesprochen habe. „Der Heilige Stuhl hat klargemacht, dass wir mit der formalisierten Segnung von Paaren – in diesem Fall homosexueller Paare oder Paare in irregulärer Situation – nicht einverstanden sind über das hinaus, was von Papst Franziskus erlaubt wurde, als er gesagt hat, dass alle den Segen erhalten können“, führte er aus. Der US-Amerikaner war im Mai vergangenen Jahres zum Nachfolger des Argentiniers Franziskus gewählt worden.

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