Das Überraschungsei

Citroën C3 Aircross: Unterschätzter Familienfreund

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05.02.2026 13:41

Gibt es diesseits von Dacia noch leistbare Familienautos? Ja, aber man muss schon ein wenig suchen – und wird wahrscheinlich auf den Citroën C3 Aircross stoßen. Der wird gemeinhin eher unterschätzt – dabei ist er eigentlich ein Überraschungsknüller.

Es ist fast wie beim Smart #5. Bei dem Namen kommt man auch nicht auf Anhieb drauf, dass das ein Schiff von einem SUV ist und kein Minimal-Kleinstwagen. Beim Citroën C3 Aircross ist das Größenniveau ein anderes, der Effekt aber der gleiche: Der blanke C3 ist zwar relativ geräumig, aber doch nur ein 4,02 Meter langer Klein(st)wagen. Der Beiname Aircross kennzeichnet hingegen ein stattliches Kompakt-SUV erwachsenen Ausmaßes: 4,40 Meter lang, 1,80 m breit und (ohne Dachreling) 1,63 m hoch.

(Bild: Stephan Schätzl)

So wird das relativ neue eiförmige Markenlogo auf dem Kofferraumdeckel zum Symbol für das Überraschungsei, denn dahinter ist richtig viel Platz in der Hütte: 460 bis 1600 Liter Kofferraumvolumen und opulente Geräumigkeit auf der Rückbank, sogar für Basketballspieler mit großen Körpern und Quadratlatschen. Optional kann man etwas Stauraum und 585 Euro für zwei zusätzliche Sitze opfern (nicht bei den Elektroversionen). Wer dort Platz nimmt, wird in seiner Freizeit wohl eher Topfschlagen oder Blinde Kuh spielen.

(Bild: Stephan Schätzl)

Franzose mit Hygge-Qualitäten
Das Interieur ist wohnzimmerartig wohnlich, vor allem wegen des stoffbespannten Armaturenbretts, das in den Ecken indirekt beleuchtet wird. Das erinnert an dänisches Design (und ist hyggelig, wenn jemand etwas mit dem Wort anfangen kann).

Minimalistisch geht es in der Basisausstattung zu, da befindet sich in der Mitte nur eine Handyhalterung. Das Handy fungiert dann als Display und wird via NFC ins Fahrzeug integriert, sodass es auch über die haptischen Lenkradtasten bedient werden kann.

Das 10,25-Zoll-Display bekommt man nur in den Ausstattungen Plus und Max.
Das 10,25-Zoll-Display bekommt man nur in den Ausstattungen Plus und Max.(Bild: Stephan Schätzl)
In der Basisausstattung You ..
In der Basisausstattung You ..(Bild: Citroen)
... ist lediglich eine Handyhalterung dabei – und die Möglichkeit, das Smartphone via NFC zu ...
... ist lediglich eine Handyhalterung dabei – und die Möglichkeit, das Smartphone via NFC zu connecten.(Bild: Citroen)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)
(Bild: Stephan Schätzl)

Auf den anderen beiden Ausstattungsniveaus fährt man einen 10,25-Zoll-Touchscreen spazieren, Navi gibt es nur in der Topausstattung, sonst „nur“ AppleCarPlay/AndroidAuto. Es gibt genug Ablagen, ins Türfach passt eine 1,5-Liter-PET-Flasche und die Klimaanlage hat ein eigenes Bedienfeld.

Der Clou im Cockpit ist der Tacho: Der sitzt oberhalb des Lenkrades und ist nichts anderes als ein Head-up-Display, dessen Infos eingespiegelt werden – allerdings nicht in die Windschutzscheibe, sondern auf eine integrierte Fläche darunter. Das wirkt wie im neuen BMW iX3, bleibt im Gegensatz zu dessen Panoramic Vision aber auf den Tachobereich begrenzt. Ideal im Blickfeld, und stylisch noch dazu.

(Bild: Stephan Schätzl)

Sensationsfahrwerk
Die größte Überraschung am Citroën C3 Aircross ist sein „Advanced Comfort Fahrwerk“. Es verfügt pro Federbein über zwei hydraulische Endanschläge und schluckt Unebenheiten weg wie kein anderer in der Fahrzeugklasse. Das ist wirklich frappierend geschmeidig, ohne auch nur annähernd schwammig zu werden. Die Lenkung ist zwar leichtgängig, vermittelt aber gutes Feedback von der Straße, was sowohl Kurvenfahren als auch Geradeausfahren spielerisch einfach macht. Mit 1363 kg Leergewicht wirkt der Franzose auch nicht schwerfällig.

Antriebe mit Sprit und/oder Strom
Der Testwagen ist der Hybrid im Portfolio. Ein 136-PS-Turbodreizylinder verrichtet die Hauptarbeit, unterstützt von einem 28-PS-Elektromotor im Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, was eine Systemleistung von 145 PS ergibt. Das Zusammenspiel funktioniert nicht immer ganz nahtlos, geht aber in Ordnung. Der Eindruck insgesamt ist positiv. Zu viel Elektrisches darf man sich nicht erwarten, weil a) nur 48 Volt und b) nur 0,89 kWh. Standardsprint in 9,1 Sekunden, Vmax rund 200 km/h (197 lm/h laut Typenschein, 201 km/h laut Prospekt). Testverbrauch: 7,1 l/100 km.

Ein Highlight: die einfache Abschaltmöglichkeit für Tempolimitwarner und Spurhalteassistent
Ein Highlight: die einfache Abschaltmöglichkeit für Tempolimitwarner und Spurhalteassistent(Bild: Stephan Schätzl)
Die Klimaautomatik hat eine eigene Bedienkonsole.
Die Klimaautomatik hat eine eigene Bedienkonsole.(Bild: Stephan Schätzl)
Unpraktisch: Der Einmalwischkontakt aktiviert die Wischautomatik.
Unpraktisch: Der Einmalwischkontakt aktiviert die Wischautomatik.(Bild: Stephan Schätzl)
Die Tasten am Lenkrad sind leicht zu bedienen und geben keine Rätsel auf.
Die Tasten am Lenkrad sind leicht zu bedienen und geben keine Rätsel auf.(Bild: Stephan Schätzl)

Alternativ wird noch ein 101 PS starker Turbo-Dreizylinder mit manuellem Sechsganggetriebe angeboten. Außerdem eine Elektroversion mit 113 PS und einem Akku, der 44 oder 53 kWh Strom speichert, für rund 300 bzw. 400 WLTP-Kilometer.

Die Preise
Zum Basispreis von 19.660 Euro bekommt man zwar kein Display und nur Halogenscheinwerfer und 16-Zoll-Stahlfelgen, aber immerhin eine manuelle Klimaanlage, elektrische Fensterhebern vorn, Parkpiepser hinten, eine geteilt umklappbare Rückbank und einen höhenverstellbaren Fahrersitz.

Niveau zwei namens Plus bietet den Touchscreen ohne Navi, aber mit drahtlosem Apple CarPlay und AndroidAuto. Außerdem messen die Stahlfelgen 17 Zoll, es kommen Rückfahrkamera, getönte Scheiben, Dachreling, LED-Scheinwerfer und Klimaautomatik. Plus ist die Basisausstattung für den Hybrid.

Der C3 Aircross als Siebensitzer
Der C3 Aircross als Siebensitzer(Bild: Adrien Cortesi)
(Bild: Adrien Cortesi)
(Bild: Adrien Cortesi)
(Bild: Adrien Cortesi)
(Bild: Adrien Cortesi)
(Bild: Adrien Cortesi)
(Bild: Adrien Cortesi)
(Bild: Adrien Cortesi)

Das Topmodell Max (Testwagen) hat dann auch LED-Rückleuchten, Alufelgen, Parkpiepser vorn sowie seitliche Parksensoren, Navi und Advanced Comfort-Sitze. Macht 28.410 Euro, weil man den Hybrid nehmen muss. Den Basisbenziner kriegt man als Max gar nicht. Die elektrischen kosten in der Basis zwischen knapp 28.000 und gut 32.000 Euro.

Dazurechnen kann man (außer mit Basisausstattung) 585 Euro für das Winterpaket mit beheizten Vordersitzen/Lenkrad/Windschutzscheibe sowie Nebelscheinwerfern.

Fahrzit
Der Citroën C3 Aircross überrascht mit viel Platz, herrlichen Reisequalitäten und hervorragendem Fahrverhalten zu Preisen, die kaum über denen des Dacia Jogger liegen. Dazu wirkt er hochwertiger und wohnlicher als der beliebte, preiswerte und etwas größere Rumäne aus dem Renault-Konzern. Eine Freude für die Familie und insgesamt ein sehr klassisches Auto – bis hin zum Klappschlüssel ohne Keyless-Funktion. Das bringt dann auch noch einen Hauch Retro ins Spiel.

Warum?
Erstaunlicher Fahrkomfort
Sehr gute Lenkung
Viel Platz
Wohnlicher Innenraum

Warum nicht?
Zusammenspiel Verbrenner/Elektro nicht immer ganz geschmeidig

Oder vielleicht …
… Dacia Jogger, Dacia Duster, Opel Frontera, Peugeot 2008

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