Gesünderer Darm hilft

Spezielle Diät macht Krebstherapien wirksamer

Gesund
28.01.2026 07:35
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei einem „gesunden“ Darm sind auch moderne Krebstherapien wirksamer: Wie aus Forschungen am Hanusch-Krankenhaus in Wien hervorgeht, hat eine Ernährung, die das Darm-Mikrobiom verbessert, auch positive Effekte auf Immuntherapien.

In Sachen Ernährung und Krebs geht es offenbar zu einem großen Teil auch um das Mikrobiom. „Vor zehn Jahren ist erstmals publiziert worden, dass Menschen mit einem gesunden Darm-Mikrobiom besser auf Therapien ansprechen. Das menschliche Mikrobiom besteht aus zehn hoch zwölf Bakterienzellen, das sind fast so viele Zellen wie der menschliche Organismus hat. Es macht 60 Prozent der Stuhlmasse aus. Wichtig sind zwischen 30 und 40 Bakterienarten von insgesamt etwa 1000 Spezies“, erklärte der Wiener Internist und Hämatologe Felix Keil  bei einer Praevenire-Veranstaltung zum Thema „Ernährung und innovative Medizin“.

Unverdauliche Kohlenhydrate haben positiven Effekt
Was das Mikrobiom im Darm „gesünder“ machen kann, ist primär die Ernährung. Eine Veränderung ist laut Studien schon fünf Tage nach einer Ernährungsumstellung nachweisbar. Speziell unverdauliche Kohlenhydrate aus pflanzlichen Nahrungsbestandteilen fördern die Diversität der Darmflora. Präbiotisch wirksame Bestandteile aus Zwiebeln, Knoblauch, Artischocken, Bananen, Topinambur etc. sowie stark stärkehaltige gekochte, abgekühlte und wieder aufgewärmte Lebensmittel wie Nudeln und Erdäpfeln haben einen positiven Effekt. Der Fleischkonsum sollte dagegen in Grenzen gehalten werden. Eine mediterrane Diät ist insgesamt vergleichsweise günstig.

Bessere Wirkung von Immuntherapien
Mittlerweile gibt es mehrere wissenschaftliche Untersuchungen, die eine Erhöhung der Wirksamkeit modernster immunologischer Therapien bei Krebs, zum Beispiel bei bösartigen Blutkrankheiten, belegen. Laut Keil konnte das ehemals bei Stammzelltransplantationen bei Leukämie gezeigt werden. Ähnliches zeigte sich bei der CAR-T-Zelltherapie, ebenfalls ein Weg, um Leukämien und andere lebensbedrohliche Erkrankungen des blutbildenden Systems zu behandeln.

Seit rund 15 Jahren haben die Immun-Checkpoint-Inhibitoren als neue Immuntherapien die Therapie einer ganzen Reihe von Tumorleiden revolutioniert. „Eine hohe mikrobielle Diversität war hier bei Melanompatienten mit einer um zehn Prozent größeren Effizienz der Immuntherapie verbunden“, so der Hämatologe. Am Hanusch-Krankenhaus in Wien sollen die Auswirkungen entsprechender Diätformen auf Krebspatienten jetzt näher untersucht werden.

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