Ukraine schlägt zu

Drohnen-Attacke überschattet Putins Prestige-Event

Ausland
03.06.2026 10:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Kurz vor dem Beginn des Wirtschaftsforums in St. Petersburg hat die Ukraine Energie- und Militäranlagen in der Stadt mit Drohnen angegriffen. Vor dem Event, bei dem Teilnehmer aus 130 Ländern zusammenkommen, waren dichte Rauchwolken über der Metropole zu sehen, die die Heimatstadt Wladimir Putins ist.  

Am frühen Morgen waren laute Explosionen zu hören – und dürften die Bewohner von St. Petersburg und die internationalen Gäste, die am sogenannten „russischen Davos“ teilnehmen wollen, aus dem Schlaf gerissen haben. Laut Gouverneur Alexander Beglow habe es mehrere Verletzte, aber keine Toten gegeben.

Selenskyj sprach von einem „guten Ergebnis“ nach den Drohnenangriffen.
Selenskyj sprach von einem „guten Ergebnis“ nach den Drohnenangriffen.(Bild: x.com/ZelenskyyUa)

Selenskyj: „Gutes Resultat“
Neben dem Ölterminal sei auch eine Rüstungsfabrik in der russischen Oblast Tambow beschossen worden – diese Region liegt südlich von Moskau. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Einschläge als „gutes Resultat“ der gemeinsamen Arbeit von Drohneneinheiten verschiedener Truppengattungen und Geheimdienste. Die Ziele lägen fast 1100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Zudem wurde auch ein rein militärisches Ziel im Stadtbezirk Kronstadt angegriffen, wo die russische Kriegsflotte ihren Stützpunkt in der Ostsee hat.

Der ukrainische Präsident veröffentlichte ein Video des Drohnenangriffs in St. Petersburg auf X:

Kremlchef Putin ist Gastgeber bei dem glanzvoll für Gäste aus aller Welt inszenierten Wirtschaftsforum. Erwartet werden auch Unternehmer und Wirtschaftsvertreter aus westlichen Staaten. In weiten Teilen der Millionenstadt an der Newa waren nach dem ukrainischen Angriff Rauchschwaden zu sehen.

Ukrainischer Drohnenangriff auf Bus in Region Donezk
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff im russisch kontrollierten Teil der ostukrainischen Region Donezk sind unterdessen nach Angaben der Besatzungsbehörden sieben Menschen getötet und elf weitere verletzt worden. Die Drohne habe einen Reisebus getroffen, der zwischen Moskau und Simferopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim unterwegs gewesen sei, teilte der von Moskau eingesetzte Regionalgouverneur Denis Puschilin auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.

Russland hatte zuvor den Abschuss mehrerer Drohnen über der Region Leningrad und im Anflug auf Moskau gemeldet. In der Region im Nordwesten des Landes seien drei Drohnen abgeschossen worden, teilte Gouverneur Alexander Drosdenko am Mittwoch im Kurznachrichtendienst Telegram mit. Weitere 13 Drohnen habe die Luftabwehr vor der Hauptstadt abgefangen, erklärte der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin. Am St. Petersburger Flughafen Pulkowo wurde der Flugverkehr vorübergehend eingeschränkt.

Das teilte die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mit. In St. Petersburg beginnt in Kürze das Internationale Wirtschaftsforum. Bei einem Drohnenangriff auf die Stadt Mitschurinsk in der zentralrussischen Region Tambow wurden nach Angaben von Gouverneur Jewgeni Perwyschow unter anderem Nebengebäude einer Industrieanlage, ein Wohnhaus und eine Bibliothek beschädigt. Verletzte gebe es nicht, teilte er auf Telegram mit.

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